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Goin' Downtown Review PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von Benedikt   
Dienstag, 01 Juli 2008
Artikel Übersicht
Goin' Downtown Review
Seite 2

Image17:18 - New York 2072. Die staatliche Willkür und Gewalt regieren, die Unterwelt ist stark und brutal und die Todestrakte der Gefängnisse quellen über. So könnte man in einem Satz die Story von "Goin' Downtown" (Silver Style Entertainment/The Games Company) zusammenfassen. Dies würde dem Spiel aber nicht gerecht werden, da die Story durchdacht ist und vielleicht gar nicht in allzu weiter Zukunft liegt...

Willkommen im Paradies der Sünder
Im New York von 2072 leben die Menschen auf engstem Raum, die Gebäude ragen bis in den Himmel und auf den Straßen regiert das Gesetz. Recht und Ordnung erfahren nur diejenigen Menschen, die viele Steuern zahlen, der Rest ist sich selbst und der Straße überlassen.
Der Spieler steuert Jake McCorly, einen Polizisten beim NYPD. Auch bei der Polizei hat sich einiges getan. Es genügt nicht einfach, ein guter Cop zu sein - das Gehalt ist variabel und Prämien erhält man für jede Verhaftung. Natürlich sind demzufolge auch nur Verbrechen interessant, an denen gute "Steuerbürger" beteiligt sind. Bringt ein kleiner Gangster einen anderen um, wird der Fall schnell zu den Akten gelegt, denn Geld gibt es für so einen Fall nicht (genug).
Jake steckt in einer tiefen Sinnkrise. Seine Frau ist bei einem Polizeiübergriff seiner Kollegen gestorben. Er schluckt den ganzen Tag Pillen, zweifelt das System an und ihm droht zudem auch noch der Rauswurf, da er die schlechteste Quote aller Cops im Viertel hat. Er braucht also dringend die Hilfe des Spielers. Und es kommt noch dicker. Als sich eine Prostituierte aus seinem Fenster stürzt und sich niemand beim NYPD dafür interessiert, beschließt er, den Fall alleine zu lösen - auch wenn es das letzte ist, was er tun wird. Dabei blickt Jake hinter die Kulissen der Macht und erfährt, was tatsächlich in New York passiert...

        

Ersteindruck bestätigt sich
"Goin' Downtown" kommt auf den ersten Blick mit einem ungewöhnlichem Grafikstil daher. Das Spiel ist in einem Film Noir-/Comic-Stil verpackt und sorgt durch klare Formen, satten Farben und dem Cell-Shading für eine sterile Atmosphäre. Das New York der Zukunft wirkt damit für den Spieler immer kalt und vor allem unpersönlich. Damit kommt die Stimmung im Spiel aber prima rüber und vermittelt die Gefühlswelt des Hauptcharakters. Der Spieler kann sich somit bestens in die Lage von Jake versetzen.
Die Sprachausgabe des Spiels ist wirklich hervorragend. Die Gespräche wurden sehr gut synchronisiert, was für den Spielspaß sehr förderlich ist. Aber auch die Themenwahl passen gut in das Spiel und in das Spielgefühl. Die Kälte und Härte, die die Menschen des New Yorks 2072 umgibt, wird in den Dialogen noch einmal unterstrichen. Die Dialoge im Spiel sind sehr rau und drehen sich um Gewalt und sexuelle Vorlieben - hier scheint die USK-Einschätzung von 12 Jahren nicht ganz angebracht. Die PEGI stuft das Spiel ab 16 ein, was unserer Meinung nach auch vollkommen gerechtfertigt ist. 

Das Leben in der Großstadt
Die Rätsel im Spiel sind überschaubar und teilweise recht einfach gehalten. Die Kenner in diesem Genre werden sagen, dass die Rätsel alles in allem zu einfach sind. Für Gelegenheitsspieler ergibt sich hier jedoch die Möglichkeit, mit wenigen Spielstunden am Tag große spielerische Fortschritte zu erzielen. Man könnte also lang und breit darüber diskutieren. Fakt ist, dass Silver Style in diesem Bereich das Rad nicht neu erfunden hat.
Das Gameplay verläuft sehr gut. Der Einstieg wird selbst Anfängern sehr leicht gemacht und Könner sind mit der gewohnten "Point-and-Click-Steuerung" bestens vertraut. Im Spiel selbst läuft der Spieler mit Jake von Bild zu Bild und sammelt dabei möglichst viele Gegenstände auf, die man erst im späteren Verlauf des Spiels benötigt. Die Gegenstände können selbstverständlich auch kombiniert werden, wodurch sie erst wirklich brauchbar sind.
Eine gut umgesetzte Idee ist die Tag- und Nachtfunktion. Jake kann ohne Zeitverlust zwischen Tag und Nacht wechseln. Dies ist wichtig, da gewisse Lokalitäten erst in den späten Tagesstunden aufmachen, oder andere Orte nachts weniger frequentiert werden, als bei Tage. Mitunter braucht der Spieler diese Wechsel auch, um Rätsel - die tagsüber vorbereitet wurden - nachts abzuschließen.
Der Kompass, der sich rechts oben am Bildschirm befindet, bringt euch in die Übersichtskarte. Dort seht ihr das New York der Zukunft. Mit einem Klick auf ein Gebäude fährt Jake mit seinem windschnittigen Motorrad dort hin. Mit einem Doppelklick könnt ihr diese Reise auch abkürzen und springt direkt zu diesem Ort. Dem Cop stehen von Beginn an nur drei Orte zur Verfügung (eigenes Apartment, Polizeirevier und das Polizeilabor). Im Laufe des Spiels kommen immer mehr Orte hinzu, die Jake aufsuchen sollte, um wertvolle Informationen zu erhalten. 
Leider ist den Entwicklern von "Goin' Downtown" eine Sache ziemlich misslungen: die Simulation in der Universität. Gegen Ende des Spiels kommt Jake in die Universität. Dort steht ein Simulator, mit dem man sich die Vergangenheit anschauen kann und somit Verbrechen rekonstruieren kann - klingt zunächst logisch. Benutzt ihr jedoch den Simulator, befindet sich Jake selbst in dieser Vergangenheit (natürlich doppelt) und hat die Aufgabe, sich erstens nicht selbst über den Weg zu laufen und zweitens sich möglichst unauffällig zu bewegen, um die Abläufe von Verbrechen auch tatsächlich beobachten zu können. Ihr müsst selbstverständlich auch den ein oder anderen Gegenstand aus der Gegenwart in der Vergangenheit benutzen oder euch eine Sache sehr umständlich aus der Vergangenheit für den Gebrauch in der Gegenwart besorgen. Dies gibt dem Spiel gegen Ende einen kleinen Knacks und wirkt zudem unlogisch.




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