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Vor einiger Zeit berichteten wir bereits in einem Preview über "X2: Die Bedrohung", der Weltraum-Wirtschaftssimulation von den Entwicklern von EgoSoft. Jetzt war das Spiel von Publisher KochMedia (Label: DeepSilver) bei uns im Testlabor und wurde ausgiebig durchgeforscht, denn empfehlenswert war es auch schon zur Zeit unseres Previews. Was sich geändert hat und was besser geworden ist, erfahrt ihr hier im Test, aber eines soll euch schon mal gesagt sein: Macht euch auf das spannendste Weltraumabenteuer seit "Elite" gefasst...
Aller Anfang ist schwer, nur bei „X²“ etwas leichter Schon der Anfang des Spiels verspricht eine spannende Story. Als junger Pirat werdet ihr mit einem Freund dabei erwischt, ein Raumschiff auf einer Station zu entwenden. Auf den Weg zum Gefängnisplaneten, auf dem euch lebenslange Arbeit erwartet, passiert jedoch etwas sehr überraschendes: Ein riesiges Trägerschiff erscheint und befreit euch durch einen Befehl von ganz oben. Mit der Zeit erfahrt ihr im Spiel immer mehr über die Geheimnisse eurer Existenz, macht euch auf die Suche nach eurem Vater und erfahrt außerdem von einer üblen Bedrohung durch eine unbekannte Rasse. Während des Spiels steuert ihr meistens ein Raumschiff aus der Ego-Perspektive durch die vielen, verschiedenen Sektoren des geräumigen "X-Universums". Dabei könnt ihr Schiffe vom ganz kleinen Scout, bis hin zum kilometerlangen Schlachtschiff steuern. Eure Ziele sind dabei beispielsweise der Handel von den unterschiedlichsten Waren von Station zu Station, der Transport von Personen von A nach B, die Erledigung von diversen Story-Missionen, die Piratenjagd oder ihr schlüpft selbst als Pirat auf die Suche nach fetter Beute. An Abwechslung fehlt es also keineswegs.Was vor allem beim Vorganger "X: Beyond the Frontiers" ein extremer Spielspaßkiller war, war die zähe Anfangsphase. EgoSoft hat daran gearbeitet, die etwas triste Anfagsphase besteht zwar immernoch, sie ist aber viel kürzer und weniger nervenaufreibend, wozu vor allem die vergleichsweise hohen Belohnungen in den ersten Missionen und auch die starke Startausstattung des eigenes Schiffes beiträgt. Ob ihr aber später die Story-Missionen spielt, bleibt euch selbst überlassen, ihr könnt nämlich auch gleich von Anfang an verstärkt Handel betreiben und euer Imperium aus Schiffen und Stationen aufbauen, doch wer unter euch die Story nicht spielt, der verpasst etwas, denn vor allem im späteren Verlauf wird es im Spiel sehr spannend, gespickt mit den wundervollen InGame-Zwischensequenzen ist „X2“ eine wirklich einmalige Erfahrung.
Ein Universum voller Überraschungen Wenn ihr im Spiel erstmal ein paar Credits verdient habt, könnt ihr schnell euer eigenes kleines Imperium aufbauen. In welcher Richtung es dann im Endeffekt arbeiten wird, bleibt euch selbst überlassen, da ihr generell sehr viele Freiheiten habt. So könnt ihr euch zum Beispiel gleich auf den Handel spezialisieren und euch eure eigenen Handelschiffe und Stationen kaufen, die dann schon fast von alleine Geld herbeischaffen oder ihr könnt euch auch mehrere Kampfschiffe zulegen, mit denen ihr dann eure Raubzüge gegen wehrlose Handelsschiffe starten könnt. Aber Vorsicht: Alles was ihr tut, merkt sich das Universum, wenn ihr also oft Händler einer Rasse überfallt, werden sie euch irgendwann nicht mehr an ihren Stationen andocken lassen, was manchmal fatale Folgen haben kann.Während eurer Reise durch das Universum werdet ihr viele unterschiedliche Rassen und Technologien kennenlernen, sodass ihr ständig neue Techniken erlernt, die euch hilfreich sein könnten. Auch die verschiedenen Rassen, die ihr wie gesagt kennenlernen werdet, sind allesamt unterschiedlich. So sind die echsenähnlichen Teladi nur auf Profit ausgelegt und werden euch bestimmt auf ihren Stationen landen lassen, wenn sie ein gutes Geschäft wittern, wohingegen die freundlichen Boronen schon aus reiner Gastfreundschaft fast jedem eine Landeerlaubnis erteilen. Außerdem sind sie ein Geheimtipp, wenn ihr gerade den Weg nicht wisst.
Ein Spiel für jeden unter euch Die Steuerung im Spiel geht nach einer kurzen Eingewöhnungsphase sehr leicht von der Hand, wenn auch nicht so übersichtlich, wie die beispielsweise einfache und oberflächliche Steuerung von spielen wie „Freelancer“ oder „Aquanox“. Am besten Speilt ihr „X2“ mit einem dreiachsigen Joystick, dann kommt auch das richtige „Raumpiloten-Flair“ auf. Was nervig ist, ist, dass die vielen Menüs nur während des laufenden Spieles geöffnet werden können und somit die Gesamtsicht versperren. Wenn ihr also nicht alle Hotkeys auswendig kennt, habt ihr in hitzigen Gefechten im Vornehinein verloren, wenn ihr zum Beispiel Kampfbefehle an eure Flügelmänner geben müsst. Auch die Autopilotfunktion, die eigentlich eine sehr hilfreiche Sache ist, hat so ihre Macken und zwar vor allem bei größeren Schiffen, bei denen es schon mal vorkommt, dass ihr, wenn ihr nicht aufmerksam seid, eine Station rammt und somit unnötigen Schaden verursacht. Wer unter euch eine CPU über 2 GHz und eine halbwegs anständige DirectX 9-Grafikkate besitzt, der kann sich am schönsten und belebtesten Universum der Computerspiel-Geschichte erfreuen. Durch neuste BumpMapping-Technologie sehen die Schiffe und Stationen verdammt gut und detailliert aus. Vor allem die Grafikeffekte lassen so manchen Genre-Kollegen alt aussehen. Bei noch schnelleren CPUs könnt ihr dann auch noch die Schatteneffekte aktivieren, die das Spiel dann wirklich zum perfekten Augenschmaus machen lassen. Und das Beste bei der ganzen Sache ist, dass auch diejenigen unter euch berücksichtigt worden sind, die schwächere Rechner ihr Eigen nennen. So könnt ihr beispielsweise Auflösung und Details herunterschrauben, sodass das Spiel flüssig und immernoch einigermaßen anschaulich läuft und der Spielspaß oben gehalten wird. Das ganze Spektakel wird dabei von schöner, aber etwas schlichter Musik im Hintergrund begleitet, die auf Dauer aber ganz schön auf die Nerven gehen kann. Die Effekte und Sprachausgabe sind hingegen genau wie bei der Grafik eine Klasse für sich.
Pro - Epische Story - Abwechslungsreiche Missionen - Wundervolle InGame-Zwischensequenzen - Superbe Grafik-Effekte/-Technologien - Riesige Interaktionsfreiheiten - Belebtes und schönes Universum - Fast schon ewiger Spielspaß - Gute Tutorials - Saubere Sprachausgabe und Soundeffekte - Viele Schiffe, Handelsgüter, etc.
Contra - Recht hohe Hardware-Anforderungen - Nervige Menüs - Kleinere Fehler, die unnötig den Spielspaß stören - Anfangs immernoch recht langweiliger Spieleinstieg, aber Besserung gegenüber dem Vorgänger
Fazit Fast perfekte Grafik, ein umfangreiches Universum und eine mitreißende Story - Was wollt ihr mehr? Vielleicht ein an einigen Stellen etwas ausgefeilteres Gameplay mit einer etwas leichtgängigeren Anfangsphase, einem schlaueren Autopiloten, bessere Menüs und eine Pausefunktion zum Erteilen von Befehlen - Aber das sind alles nur Kleinigkeiten, die nicht wirklich weiter hinderlich am Spielspaß sind. Also worauf wartet ihr? Auf ins „X-Universum“!
AUTOR: Alex 28.02.2004, 16:48h
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