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Wir schreiben das 19. Jahrhundert und nun liegt es an euch aus eurem Land ein demokratisches Imperium zu erschaffen. Führt euer Volk in das 20. Jahrhundert, in die wirkliche Neuzeit. Ob ihr nun die neu aufschwingenden Vereinigten Staaten von Amerika oder das starke osmanische Reich vertretet, bleibt ganz allein euch überlassen. „Victoria: An Empire Under The Sun“ wird alle Fans von Spielen wie „Europa Universalis (II)“ sofort ansprechen. Es ist auch das letzte Spiel auf der mittlerweile schon angestaubten “Europa Universalis”-Engine und kommt wieder von den schwedischen Entwicklern von Paradox Entertainment.
Zwei, Eins: Risiko Auf den ersten Blick erinnert „Victoria: Empire Under the Sun“ an das altbekannte Brettspiel „Risiko“. Aber damit geben sich die Entwickler von Paradox Entertainment nicht zufrieden. Denn in dem rundenbasiertem Strategiespiel müsst ihr alle eure kriegerischen, wie auch eure diplomatischen Fähigkeiten aufwenden, um gegen die größten Nationen der damaligen Welt von 1836 bis 1920 zu bestehen. Dabei stehen euch die unterschiedlichsten Mittel zur Verfügung und Anfänger werden schnell in den vielen Statistiken untergehen, weshalb sich das Spiel nicht gerade für die Gelegenheitsspieler unter euch empfiehlt. Sicherlich werden die Entwicklern die Szenarien wie bei den Vorgängern auch weiterhin mit Patches erweitern. Falls ihr dies auch das ein oder andere Mal selbst durchführen wollt, könnt ihr auch den mitgelieferten Szenario-Editor nutzen.
Ist Krieg die beste Lösung? Ob Krieg die beste Lösung ist, dass muss wohl jeder von euch für sich selber entscheiden. „Victoria“ ist kein übliches Strategiespiel, sondern eins der wenigen, bei denen sich Kriege oftmals auch durch Handel, Diplomatie oder auch einfach mal den taktischen Rückzug vermeiden lassen. Natürlich könnt ihr eure anfangs noch sehr bescheidene Armee in ein großes Heer ausbauen, zu bedenken bleibt aber, dass dies für ein Land enorme Ausgaben bedeutet. Und am Anfang steht die Besiedlung. Baut eure Städte aus, entdeckt neue Länder, schließt Freundschaften. Diese Punkte sind wichtig, aber ihr solltet dabei auch nicht eure anderen Pflichten als Herr über eine aufstrebende Macht vernachlässigen, denn Wirtschaft, Industriealisierung und eine oben erwähnte, starke Armee sind mindestens genauso wichtig. Denn nicht alle Länder lassen sich mit Geschenken oder Verträgen zu Verbündeten machen. Deshalb ist es besser, wenn ihr eure Streitmacht flexibel haltet, um im Fall der Fälle eingreifen zu können. Natürlich dürft ihr auch euer Volk nicht vernachlässigen. Neben dem Wohl eurer Bürger solltet ihr regelmäßig neue Technologien entwickeln, da es ansonsten wirtschaftlich wieder sehr schlecht für euch aussieht.
Die im Spiel verwendete Technologie Grafisch beeindruckt „Victoria: Empire Under the Sun“ leider nicht. Es sind leider keine 3D Effekte oder ähnliches zu finden. Ihr betrachtet das gesamte Spiel von einer Art Weltkarte aus, auf welcher Städte, Länder und sogar einzelne Staatsgrenzen eingezeichnet sind. Leider gibt es auch nur eine einzige Kameraperspektive, die sich weder schwenken noch drehen lässt. Einziges Hilfsmittel ist hier das Zoomen, das aber auch nur behilflich ist, damit ihr euch wenigstens ein wenig in der großen Welt einfinden könnt. Die Steuerung ist auch nicht so leicht zu verstehen, wie ihr es euch wünschen werdet, da kein Tutorial vorhanden ist, welches die doch recht komplexe Steuerung erklärt. Doch habt ihr euch einmal in die Steuerung eingelebt, so wird es keine weiteren Probleme geben und das Spiel wird gut von der Hand laufen. Kenner von rundenbasierten Strategiespielen werden sich außerdem sofort zurechtfinden. Zum Sound in „Victoria“ ist wenig zu sagen: Er ist schlicht und ergreifend öde. In Spielen wie “Crown Of The North” haben uns die Entwickler hier schon bessere Leistungen gezeigt.
Pro - Realistisches Wirtschaftssystem - Komplexes Gameplay - Szenario-Editor und regelmäßiger Entwickler-/Patch-Support
Contra - Schwache Grafik - Öder Sound - Kein Tutorial - Nicht für Anfänger geeignet
Fazit “Victoria: An Empire Under The Sun” ist ein würdiger Nachfolger zu Spielen wie “Europa Universalis (II)” oder “Hearts Of Iron”. Fans dieser Spiele werden dieses Spiel einfach lieben, da die schwache technische Umsetzung durch die tollen Gameplay-Elemente wieder weg gemacht wird. Anfänger unter euch sollten jedoch mit Vorsicht an die Sache herangehen.
AUTOR: Julian 24.11.2003, 23:19h
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