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Vermeer 2

„Jagen Sie in den goldenen Zwanzigern der gestohlenen Gemäldesammlung Ihres todkranken Onkels hinterher, tricksen Sie ihre gierige Verwandtschaft aus und ersteigern Sie die Gemälde zurück, errichten und managen Sie rund um den Globus Ihre eigenen Plantagen, seien Sie auf der Hut vor den Sabotageversuchen Ihrer Mitstreiter.“, all dies verspricht die Verpackung der Neuauflage von „Vermeer“, einem alten Klassiker, doch reicht es dabei, einfach nur die Grafik „aufzumöbeln“ und an den Spielnamen eine „2“ zu hängen? Ähnliches haben sich die Entwickler von Ascaron und Publisher Take 2 möglicherweise gedacht. Ob dem auch so ist, verraten wir euch nun in unserem Review.

Verschenkter Spielspaß
In der Endphase des Ersten Weltkriegs treffen sich fünf Neffen und Nichten bei ihrem todkranken Onkel in Berlin, dem zu allem Überfluss auch noch seine wertvolle und geliebte Gemäldesammlung gestohlen wurde. Er gibt jedem der Familienmitglieder (einen davon übernehmt übrigens ihr) 150.000$ Startkapital und erwartet, dass ihr dieses Geld durch eure wirtschaftlichen Fähigkeiten vermehrt und nebenbei auch noch die Gemäldesammlung durch Teilnahme an Auktionen wieder in den Familienbesitz bringt - Dem Besten wird die komplette Gemäldesammlung, sowie das Vermögen des Onkels bei dessem Ableben versprochen. Bei „Vermeer 2“ könnt ihr dabei zwischen zwei Spielzielen und drei Spiellängen wählen. Als Spielende gibt es dann entweder das Ableben des Onkels (bei langem Spiel, sieben Jahre) oder ein Vermögen von 20.000.000$ anzuhäufen (im langen Spielmodus), was allerdings beides sehr schnell von euch erreicht werden kann. Wenn ihr es geschafft habt, 20.000.000$ zu erwirtschaften, würden es zum Beispiel auch noch Spaß machen weiterzuspielen, um beispielsweise alle Gemälde zu ersteigern oder um euch ein paar Aktienspekulationen zu erlauben.

Den Kolonien seie Dank
In „Vermeer 2“ könnt ihr es den Kolonien verdanken, dass sie es euch ermöglichen, ein Vermögen anzuhäufen, denn ohne Kolonien und Handel läuft gar nichts. Mit den 150.000$-Startkapital solltet ihr sofort in einer der über die ganze Erde verstreuten Kolonien von Rio bis Ankara Plantagen bauen um Kakao, Tabak, Tee, Seide oder Kaffee zu produzieren und um diese Rohstoffe wiederum auf den beiden Wahrenmärkten London und New York gewinnbringend zu verkaufen. Bei den Kolonien müsst ihr allerdings darauf achten, dass ihr immer genügend Arbeiter einstellt und diese auch gut und regelmäßig bezahlt, denn müssen die Arbeiter einmal zu lange auf ihr Geld warten, kündigen sie nach und nach, was ihr verhindern solltet, denn ohne Arbeiter keine Waren und ohne Waren kein Geld. Anfangs müsst ihr auch sehr auf die Transportkosten der Waren achten, wenn ihr diese zu einem der Warenmärkte verschickt. Außerdem solltet ihr nicht all zu lange warten, bis ihr die Produkte zu den Märkten bringt, da es ansonsten logischerweise höhere Lagerkosten gibt.

Zum Dritten
Bei all den Plantagen solltet ihr die gestohlenen Bilder nicht vergessen, die ihr auf Auktionen in Städten wie Paris oder Rom erwerben solltet, da dies in einem Spielmodus das Ziel ist und im anderen auch Punkte und Devisen einbringt. Es lohnt sich allerdings erst Auktionen zu besuchen, wenn ihr auch das nötige Kleingeld dafür habt, denn ihr müsst mindesten 40.000$ für ein Bild bezahlen und außerdem kann es ebenfalls passieren, dass ihr euer Geld für wertlose Fälschungen verschwendet. Um den Kauf von Fälschungen zu vermeiden liegt dem Spiel die „Vermeer 2 A(u)ktionsbrille“ bei, die euch anzeigt, ob das Bild original oder falsch ist, allerdings auch nur dann, wenn ihr vorher verschiedene Kunstkurse in den verschiedenen Auktionshäusern zur jeweiligen Kunstart (Beispiele: Barock, Impressionismus) besucht habt. Habt ihr ein Gemälde ersteigert, so müsst ihr es nur noch zur passenden Gallerie bringen und schon erhaltet ihr Punkte. Spaßig werden Auktionen, wenn ihr mit anderen Leuten zusammenspielt, was mit bis zu fünf Spielern an einem PC möglich ist.

Der Club der Elite
Ihr und eure Mitstreiter sind allesamt Mitglieder im Club der Elite. Der Club der Elite richtet regelmäßig eine Sylvestergala und Pferderennen aus, bei denen ihr Geld oder sogar ein Gemälde gewinnen könnt. Um an einer Sylvestergala ein Gemälde zu gewinnen, müsst ihr allerdings ein hohes Ansehen haben. Solches erreicht ihr, wenn ihr zum Beispiel den Onkel besucht oder Kunstschätze von Expeditionen mitbringt.
Im Gegensatz zum Club der Elite steht die technische Untermalung von „Vermeer 2“. Statische Hintergründe und wenige Animationen bestimmen den Großteil des Spiels. Auch die vorgerenderten Zwischensequenzen täuschen nicht über den Gesamteindruck hinweg: Bei „Vermeer 2“ hat sich im Vergleich zum Vorgänger wirklich nicht all zu viel verändert.
Beim Sound des Titels sieht es ähnlich aus: Soundtrack, Soundeffekte und Sprachausgabe wurden zwar integriert, dies allerdings mehr als sparsam.

Pro
- Historisch korrekte Ereignisse
- Einsteigerfreundliches Gameplay
- Abgedrehtes Szenario
- Passende Musik
- Mitgelieferte A(u)ktionsbrille
- Gelungenes Remake von “Vermeer 1”
- Netter HotSeat-Modus für bis zu fünf Spieler an einem PC
- Kein Vollpreis (“Nur” unverbindliche 29,95€)

Contra
- Zu eintöniger Spielverlauf (Historik hat beispielsweise keine Auswirkung)
- Insgesamt zu kurzweilig
- Wenige Ereignisse
- Schwache KI
- Ausbaufähiger Multiplayer
- Veraltete Grafik

Fazit
„Vermeer 2“ ist für die C64-Veteranen unter euch, die schon den Vorgänger mochten, für Geschichtsfanatiker, sowie für Freunde einfacher Wirtschaftssimulationen gut geeignet, da das Spiel einfach ist und im lokalen Multiplayer auch desöfteren viel Spielspaß bringt. Freunde von komplexen Strategie- oder Aufbautiteln sollten allerdings die Finger davon lassen, da „Vermeer 2“ für die heutigen Verhältnisse einfach zu wenig bietet.

AUTOR: Swen 13.10.2004, 23:21h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Ascaron

Take 2

Deutsch

29,95€

1 CD

-

P4 2,3
Radeon 9000
512 MB RAM

GRAFIK:

 65%


SOUND:

 72%


GAMEPLAY:

 69%


GESAMT:

 69%

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