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Mit „Two Thrones“ kehrt das Mittelalter in euren PC zurück. Dieses rundenbasierte Strategiespiel der Spezialisten von Paradox Entertainment erstreckt sich über den Zeitraum von Jeanne d´Arc bis hin zu Richard dem 3.. Die Grafik dieses Spiels ähnelt stark der von „Civilisation“ und basiert auf einer modifizierten „Europa Universalis“-Engine. Deshalb ist „Two Thrones“ auch in 2D. Übrigens basiert das Ganze auf wahrer Begebenheit, es sie denn, ihr seit Kampf-süchtig und nehmt sinnlos alle Länder ein. Ob ihr wirklich davon abgehalten werdet und wie sich das Spiel sonst so schlägt, erfahrt ihr bei uns, denn wir haben „Two Thrones“ in unserem Testlabor ordentlich unter die Lupe genommen.
Zeitliche Hintergründe Die geschichtlichen Hintergründe des Spiels fangen am 1. Januar 1337 an und hören am 31. Dezember 1485 auf. In dieser Zeit wurden Werke und ritterliche Taten vollbracht, an der Tagesordnung standen Hinterhältigkeiten, Tragödien und Verrat. Außerdem wurden Städte gebaut, mächtige Burgen errichtet, Kathedralen und Universitäten gegründet. Große Schlachten wurden geführt, und die Pest löschte fast ein Drittel der Bevölkerung Europas aus, dazu kamen noch Hungersnöte und plündernde Söldner, die das Volk plagten. Könige hielten Grafen, Ritter und Herzöge in Zaum, Mönche und Priester beteten, die Kaufleute betrieben ihren Handel, die Meisten aber plagten sich als Bauer auf dem Lande. Das Ende dieses Zeitalters ist durch große Veränderungen gekennzeichnet. Europa würde nach Einführung von Artillerie und Feuerwaffen, der Entdeckung der neuen Welt und der Einführung einer starken zentralen Regierungsgewalt um einen König nie wieder werden, wie es einmal gewesen war. Noch aber ist die Renaissance weit von der Welt in „Two Thrones“ entfernt. Wir können nur sagen, Willkommen im mittelalterlichen Europa, denn einen Großteil dieser Ereignisse werden euch im Spiel erwarten.
Herrschaft über Europa Wie schon erwähnt erstreckt sich das Spiel über einen Zeitraum von 1337 bis zu dem Jahre 1485. Im Spiel gibt es verschiedene Anfangsdaten, bei denen jeweils mit anderen Ländern gespielt werden kann. Ihr könnt das Spiel auf 2 Arten gewinnen. Die erste Möglichkeit ist, am Ende des Spiels die meisten Siegpunkte zu haben. Siegpunkte werden dafür verliehen, dass euer Königreich gut geführt wird. Die andere Möglichkeit wäre, wenn ihr ganz Westeuropa unter einem König vereint. Diese unhistorische Variante bringt euch automatisch den Sieg. Ihr könnt Europa nur vereinen, indem ihr durch Eroberung aller Provinzen die Feinde zerstört. Die wichtigsten Ereignisse des Spiels sind Gebäude, Ereignisse, und militärische Einheiten. Ihr könnt euer Land mit Diplomatie, militärischer Gewalt und Politik vergrößern, entwickeln und verteidigen. Ihr könnt die meisten Provinzen beeinflussen, indem ihr auf ein Gebäude klickt und es Beispielsweise erweitern lasst. Zur Eroberung feindlicher Provinzen beziehungsweise zur Verteidigung eigener Länder müsst ihr eure Militärmacht einsetzen. Die Bevölkerung eurer Gesellschaft ist in 4 Gesellschaftsschichten eingeteilt: Klerus, Adel, Bürger und Bauern. Jede Gesellschaftsschicht hat einen Loyalitätswert, der zwischen den Punkten 1 (minimal) und 10 (Maximal) liegt. Die Loyalität einer Gesellschaftsschicht ändert sich durch Ereignisse und den von euch ergriffenen Maßnahmen. Im Spiel wird außerdem eine Fülle von wirtschaftlichen und politischen Phänomenen von der Loyalität beeinflusst. Ihr solltet die 4 Gesellschaftsschichten ausgleichend unterstützen, weil eine übermäßigte Unterstützung in eurem Land Rebellion verursachen könnte. (Ausreichende) Steuereinkommen beeinflussen die Loyalität aller Gesellschaftsschichten. Ebenfalls erhöht es die Wahrscheinlichkeit eines Aufstandes. Die Kosten für den Ausbau der Gebäude beeinflusst den Klerus. Handelseinkommen beeinflussen die Loyalität der Bürger. Widerum Bauern werden durch Getreideproduktion beeinflusst und der Adel wird durch die Rekrutierungskosten (Armee) beeinflusst. Die Siegpunkte im Spiel bekommt ihr durch Gebäudeausbau, Eroberung von Provinzen, Gewinn einer Schlacht, Bündnisbeitritt, Eliminierung anderer Spieler und durch Frieden im Lande. Siegpunkte werden abgezogen, durch den Verlust einer Provinz, Niederlage einer Schlacht, Rebellion, Bruch einer Staatsehe und durch Kriegserklärung. Kompliziert und komplex? Das ist „Two Thrones“ auch und aufgrund des fehlenden Tutorials werden es Anfänger unter euch schnell wieder in die Ecke schmeißen.
Komplett 2D „Two Thrones“ hat den großen Nachteil, dass das Spiel komplett in 2D ist und das diese Grafik aufgrund der schon angestaubten „Europa Universalis“-Engine auch nur mittelmäßig bis schlecht ist. Die Gebäude, das Pferd (Symbol für Armee): Alles das könnte noch einen Tick schöner aussehen. Außerdem sehen die Landschaften sehr unreal aus. Hätten die Entwickler dieses Spiel komplett in 3D hergesellt, so wäre es um einiges reizvoller geworden. Der Sound ist leider auch nur mittelmäßig, wenn zum Beispiel 2 Armeen gegeneinander kämpfen, dann hört ihr nur Metall aufeinander schlagen. Die Idee ist zwar sehr originell, jedoch klingt der Sound sehr unecht. Was aber gut gelungen ist, ist, dass ihr durch den Sound Einblicke zudem bekommt, was ihr nicht seht, sondern euch nur denken könnt. Zum Beispiel hört ihr einen Menge Leute gröhlen, wenn ihr auf ein Gebäude klickt. Nach dem Klick öffnet sich nur ein Fenster und ihr seht gar nichts von einer Menschenmenge, aber ihr könnt es euch Dank des Sounds denken. Die Steuerung beschränkt sich auf die Maus. Ihr könnt alles mit der Maus machen ohne die Tastatur zu benutzen. Natürlich gibt es auch Schnelltasten auf der Tastatur.
Pro - Tiefer Spielsinn - Meist historischer Hintergrund - Kein Vollpreis (Nur knapp 30€) - Bequeme Steuerung - Recht gelungener Multiplayer
Contra - Langweilige 2D-Grafik - Schwacher Sound - Kurz anhaltender Spielspaß - Kein Tutorial, dadurch nicht für Anfänger unter euch zu empfehlen - Einige Fehler im Gameplay - Kaum Abwechslung
Fazit „Two Thrones“ hat uns Anfangs überhaupt nicht gefallen, weil es nur eine mittelmäßige Grafik hat und der Einstieg total langweilig und für Anfänger unter euch vor allem schwer ist. Doch nach einer gewissen Zeit wussten wir das Spiel (wegen dem historischen Hintergrund) zu schätzen und sogleich gefiel es uns besser. Allerdings geht die Spielspaßkurve auch schnell wieder nach unten und wir können das Spiel auch wirklich nur den erfahrenen Rundenstrategie-Spielern unter euch empfehlen, wobei es sogar hauseigen mit „Victoria“ oder „Crown Of The North“ noch bessere Alternativen bei den Entwicklern von Paradox Entertainment gibt.
AUTOR: Thomas 04.03.2004, 23:59h
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