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The Westerner

„Endlich wieder ein neuer Stern am Adventure-Himmel“ - Das neue 3D-Point & Click-Adventure von den Entwicklern von Revistronic und Publisher dtp (Label: Crimson Cow) wurde von vorne rein schon stark gelobt. Demnach könnt ihr davon ausgehen, dass ihr hierbei kein 08/15-Game in die Finger bekommt, denn auch wir konnten uns auf und seit der Games Convention überraschen lassen. Aber ob sich der Kauf  eines Adventures in dieser voll 3D-basierten Spielewelt überhaupt lohnt und wie sich „Fenimore Fillmore: The Westerner“ sonst so schlägt, erfahrt ihr im nachfolgenden Test.

Willkommen im Wilden Westen
In „The Westerner“ spielt ihr einen eher tollpatschigen, aber doch sehr sympathischen Cowboy namens „Fenimore Fillmore“. Gestresst von unzähligen Abenteuern reitet ihr eines Abends durch eine kleine Siedlung. Durch Zufall seht ihr, wie 2 Bösewichte einen armen Farmer mit Pistolen bedrohen. Eigentlich wolltet ihr gar nicht helfen und habt euch nur hinter die schützende Wand eines Hauses versteckt, doch es kommt wie es kommen muss und ihr springt den 2 fiesen Gestalten mitten in die Arme. Ihr zückt eure Waffe, die dann auch schon von alleine anfängt zu schießen, die Bösen werden getroffen, fliehen und schon seit ihr der Retter des Farmers und im größten Abenteuer eures Lebens gefesselt. Die beiden Bösewichter gehören nämlich zu Starek, dem Schurken, dem die komplette Siedlung, Bank und Saloon gehören. Sogar die Macht über den Sheriff hat er sich durch Drohungen und Schmiergelder erzwingen können. Ihm gehört die ganze Siedlung? – Nein, 2 kleine unerbittliche Farmen weigern sich strikt gegen die Übernahme von Starek. Einem der Farmer habt ihr ja schon geholfen, doch Stareks Helfer warten nicht lange, bis sie auch noch die 2. Farm versuchen zu überfallen. Eure Aufgabe ist es nun, alles gegen diesen Überfall und gegen Starek zu unternehmen. So müsst ihr adventuretypisch sehr viele Rätsel lösen, wovon wir euch hier ein paar Beispiele demonstrieren: Die Bahnverbindung zur Siedlung zerstören, damit Starek keine weiteren Helfer holen kann und aus der kleinen bescheidenen Farm, die es zu verteidigen gilt, eine große Festung mit Schutzwall und allem drum und dran zu bauen. Nebenbei müsst ihr, als ob ihr nicht schon genug Probleme am Hals hättet, euch auch noch Hals über Kopf in die hübsche Cousine von Starek verlieben und versuchen, sie aus diesen schrecklichen Klauen und der von Starek geplanten Hochzeit zu reißen. Von Urlaub und Entspannung also keine Spur, auf an die Arbeit...

Das Leben eines Cowboys
Der Weg zum großen Ruhm ist in „The Westerner“ leichter gesagt als getan, denn unsere Spielfigur hat weder Futter, um das eigene Pferd zu füttern, noch Geld für die Eigenverpflegung. So müsst ihr euch zunächst an die Karottenzüchtung heranmachen, während ihr euch später um die Geldbörse kümmert. Habt ihr dies erledigt, so könnt ihr in einer der vielen verschiedenen begehbaren Locations so richtig einkaufen. Dabei gibt es alles, was das „Westerner“-Herz begehrt - Von Munition bis hin zu Baumaterialien. Auf dem Weg werden euch dann auch einige Hindernisse in Form von happigeren Rätseln erwarten, denn oft ist es auch so, dass die Knobeleien aufeinander aufbauen und teilweise auch recht abstrakt sind.
Stark an das angebliche Vorbild „Monkey Island“ angelehnt sind vor allem die vielen Dialoge mit den über 100 verschiedenen Charakteren, die ihr auf eurem Abenteuer treffen werdet. So gibt es ganz typische Klick-Möglichkeiten. Der Mauscursor verändert sich dabei im kompletten Spielverlauf je nach Situation.

Filmreife Darstellung
Das Adventure läuft in einer schicken 3D-Grafik ab und ihr werdet es kaum bemerken, dass „The Westerner“ bereits seit längerer Zeit in Spanien zu haben ist und somit schon ganz leicht angestaubt ist. Das heißt aber nicht, dass ihr euren Helden zum Beispiel in 3rd-Person-Sicht steuern könnt, sondern, dass ihr wie bei den altbekannten 2D-Point & Click-Adventures einen Ausschnitt eines Raumes oder Geländes inklusive eures Helden zu Gesicht bekommt und ihn mit Mausklicks zu Böden, Schubladen oder Türen steuern könnt. Dabei schwenkt die Kamera/euer Sichtfeld wie bei Filmen um euren Darsteller herum, wodurch der 3D-Effekt entsteht. Das die Kamera aus der richtigen Perspektive oder Ecke filmt, kommt allerdings nicht sehr häufig vor. So müsst ihr euren Cowboy oftmals so lange in eine Ecke schicken, bis er gar nicht mehr zu sehen ist, damit die Kamera dann endlich in den richtigen Blickwinkel schwenkt. Wunderbar ist aber auf jeden Fall die Liebe zum Detail, sowie die butterweichen Animationen der Charaktere.
Die Hintergrundmusik ist nicht die einfallsreichste und spielspaßsteigernste, aber sie fängt auch nach einiger Spielzeit nicht an zu nerven und das ist ja immerhin das Wichtigste. Die Lokalisierung ist hingegen so gut wie perfekt gelungen und auch die Sprachausgabe kann sich sehen lassen.

Pro
- Detailverliebte 3D-Grafik
- Unterschiedliche Locations
- Gelungene Zwischensequenzen
- Viele knifflige Rätsel
- Klassische Point & Click-Steuerung
- Kameraschwenks und Animationen sind filmreif
- Coole Mimiken
- Kostenlos mit von der Partie: Der Vorgänger “3 Skulls Of The Toltecs”
- Nahezu perfekte Lokalisation mit sehr guter Sprachausgabe
- Über 100 Charaktere

Contra
- Kamera-Blickwinkel oft unpassend
- Teils nervige und wiederholende Herausforderungen/Rätsel (Karotten, Geldsuche etc.)
- Vorhersehbare Storyline

Fazit
Der unglaublich tollpatschige Hauptdarsteller und die lustigen Zwischensequenzen lassen echte Kinofreude aufkommen. Die Kameraschwenks, wenn sie denn mal gut gehen, wirken 100% wie in einem Film und lassen Grafikstil-Kollegen wie “Toy Story” und Co. alt aussehen. Bei „The Westerner“ werdet ihr von der ersten Spielminute an in eine packende heitere, aber leider ein wenig vorhersehbare Story hineingezogen und könnt trotzdem nicht mehr aufhören, bis ihr diese beendet habt. Das Adventure überzeugt einfach in so gut wie jeder Hinsicht und ist ein klares Muss für die Adventure-Fans unter euch.

AUTOR: Philip 03.04.2004, 23:57h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Revistronic

dtp

Deutsch

39,95€

1 CD

6

XP 1600+
GeForce 2 ti
256 MB RAM

GRAFIK:

 83%


SOUND:

 85%


GAMEPLAY:

 85%


GESAMT:

 85%

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