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Endlich ist es da, dass Add-On zum etwas fehlerhaften, aber doch sehr beliebten „SpellForce: The Order of Dawn“, kurz „TOoD“. Die Erweiterung „The Breath of Winter“, kurz „TBoW“, enthält eine komplett eigenständige Kampagne mit einer tollen Story und weit über 40 Stunden Spielspass, was uns Entwickler und Publisher zumindest versprochen haben. Ob dem auch so ist, erfahrt ihr im nachfolgenden Test, denn wir haben das Spiel auf Herz und Nieren geprüft.
Feuer und Eis Vor einer langen Zeit kam der Drache Aryn, auch der Frostweber genannt, über die Lande von Fiara und alles erfror unter seinen eiskalten Schwingen, doch Cenwen, Elfenkönigin und göttliches Wesen, opferte sich für ihr Volk und folgte Aryn in seine Höhle. Seitdem spielte sie dort ein Lied, welches den Drachen besänftigte, der daraufhin ihrem Volk die Macht des Eises gab. Wie schon in „TOoD“ werdet ihr als Avatar der Rune an einem Runenmonument irgendwo im Sumpf von Mirraw Thur herbeigerufen, um angeblich den Bewohnern dieser Region gegen feindliche Sklavenhändler zu helfen, doch schon schnell bekommt ihr heraus, dass mehr hinter der Sache steckt. Die Eiselfen der Winterwacht sind in heller Aufruhr, denn es heißt, dass Cenwen aus Aryns Höhle entführt worden ist und Aryn in seinem Zorn wieder über die Lande ziehen wird. Natürlich müsst ihr diesem Abenteuer nachgehen, doch schon schnell erkennt ihr die ganze Wahrheit.
Add-On oder doch nur ein Mission Pack? Schade an „The Breath Of Winter“ ist, dass an den sechs verschiedenen Völkern gar nichts geändert worden ist. Es gibt nicht einmal neue Upgrades für die Einheiten, welche ohnehin schon etwas knapp waren. In der Monsterwelt hat sich auch nicht allzu viel getan, es gibt nur vier neue Monsterarten und einige der Monster aus „TOoD“ kommen überhaupt nicht mehr vor. Außerdem werden viel öfter nur auf anderen Stufen die gleichen Modelle verwendet, was ein bisschen langweilig werden kann. Eine tolle Neuerung ist, dass ihr euch nicht nur menschliche Runenhelden zur Seite rufen könnt, sondern auch Helden der Goblins, Orks, Eiselfen, Dunkelelfen und sogar der mächtigen Eisernen, die euch noch von „TOoD“ in guter Erinnerung sein sollten. Diese Neuerung ist umso schöner, da ihr nun öfter auf Runenhelden angewiesen seid und nicht mehr alles mit dem eigenen Avatar erledigen könnt, wie im Hauptspiel. Gut gedacht, aber schlecht umgesetzt wurden die Satzgegenstände. Ein Satz besteht immer aus den Gegenständen, die einen Bonus geben, wenn ihr sie alle drei gleichzeitig tragt. Das Problem bei der Sache ist aber, dass ihr meist schon bessere Gegenstände habt, wenn ihr alle Teile eines Satzes gefunden habt oder tragen könnt. Wenn ihr einen Nebenquest löst, könnt ihr einen Satz bestehend aus Helm, Rüstung und Schwert bekommen, die alle die Anforderung „Beliebige Kampfkunst 10“ haben. Für das Schwert ist diese Anforderung gerechtfertigt, allerdings sind Rüstung und Helm dafür zu schlecht. Wenn ihr beispielsweise eine Kampfkunst erst einmal auf Stufe 10 habt, dann habt ihr schon bessere Gegenstände und der Satzbonus ist nicht gut genug, um dies auszugleichen. Eine Neuerung im Multiplayermodus ist der sogenannte „KoOp-Modus“, in dem ihr alleine oder zusammen mit einem anderen Spieler einfach nur gegen Monstermassen antreten und euren Helden trainieren könnt. Als Karten für diesen Modus wurden zum Teil welche aus dem Hauptspiel verwendet, zu denen zum Beispiel Graufurt als Marktplatz gehört, wo ihr jedes Standard-Item aus dem Spiel kaufen könnt.
Aus Fehlern lernt man - Oder auch nicht „TOoD“ war ja schon sozusagen berühmt berüchtigt, da es niemanden gab, bei dem das Spiel fehlerfrei lief. Von kleinen Bugs wie einem Avatar, der selbst die größte Map in einem Schritt überquert, bis hin zu massiven Fehlern, die das Spielen unmöglich machen oder sogar das Starten des Spieles verhindern (und das nicht in irgendeiner Beta-Version, sondern in der fertigen Verkaufsversion). Eigentlich hättet ihr euch ja denken können, dass die Entwickler von Phenomic aus den Fehlern gelernt haben und bei diesem Add-On alles daran gesetzt haben, diese zu vermeiden, doch Fehlanzeige. In „The Breath Of Winter“ ist offensichtlich wieder jeder vorstellbare Bug enthalten und dazu auch noch enorm störende Sachen wie beispielsweise ein Teil des Hauptquests, an dem mindestens 90% aller Spieler scheitern, da er einfach viel zu schwierig und nur mit viel Glück schaffbar ist. Lobenswert ist bei diesen ganzen Fehlern ist aber der Support von Phenomic im Internet. Auf der offiziellen Website findet ihr technischen Support und Hilfe zu fast jedem Problem.
Pro - Gute neue und eigenständige Kampagne - Passende Musik - Immernoch lockeres und motivierendes Gameplay - Viele neue Gegenstände und Zauber - Runenhelden neuer Völker (Orks, Eiserne) - 30 bis 50 Stunden neuer Spielspaß - Kooperativer Multiplayer-Spielmodus
Contra - Immer noch viele Spielfehler - Schlecht umgesetzte Satzgegenstände - Frustrierender Hauptquest an einer Stelle - Zu wenig Erfahrungspunkte trotz Erledigen aller Aufgaben - Teils eintönige Gegner - Steuerung ist weiterhinnicht für große Armeen ausgelegt - Kaum technische Verbesserungen
Fazit Für Spieler von euch, die schon vom Hauptspiel begeistert waren, ist „The Breath of Winter“ dank der eingenständigen und tollen Story ein absolutes Muss, denn an der Technik hat sich eigentlich gar nichts beziehungsweise kaum etwas geändert. Für diejenigen Spieler, die einfach nur Lust haben Monster zu jagen und ihren Helden auszurüsten ohne sich dabei Gedanken um Quests machen zu müssen, ist dieses Add-On vor allem wegen dem tollen „KoOp-Modus“ zu empfehlen, allerdings nur, wenn ihr schon „Spellforce“ besitzt, da es logischerweise als Basis für das Add-On nötig ist. Leute, die gerne taktisch und mit großen Armeen kämpfen werden auch mit „The Breath Of Winter“ nach wie vor unglücklich sein, da die doch sehr ungenaue Steuerung der Armeen immernoch nicht geändert wurde und es einen nur stört, wenn die Truppen einfach nicht dort stehen bleiben, wo sie sollen, deshalb sind für diese Leute entweder „Warcraft III“ oder auch „Age of Mythology“ als Klassiker zu empfehlen.
AUTOR: Swen 26.07.2004, 13:08h
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