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Großes haben sich die Briten von Codemasters mit "Soldiers: Heroes Of World War 2" vorgenommen, zumindest "Commandos" sollte getoppt werden. Ein Strategie-Titel mit dem „World War 2-Thema“ von Codemasters? Das gab es bisher noch nicht - Grund genug für uns, das Teil einmal näher zu betrachten, um euch wie immer eine grandiose und vollkommen richtige Einschätzung zum Titel zu präsentieren.
Die Quickload-Orgie kann beginnen Um es gleich einmal vorweg zu nehmen: "Soldiers" ist, wie drück wir es nun am besten aus, "sauschwer". Nicht nur die KI kann euch zu richtigen Quickload-Orgien führen - Auch das teilweise schwierige Missiondesign sorgt oft für gehörig rauchende Strategieköpfe. In "Soldiers" steuert ihr das Schicksal keiner Armee, sondern einzelner Elitekrieger. Wie wir ja alle spätestens seit "Medal Of Honor: Allied Assault" wissen, gab es davon im 2. Weltkrieg massenhaft viele, doch bei "Soldiers" läuft der Hase noch ein wenig anders, denn ein Soldat darf beispielsweise nicht unendlich viel tragen. Ähnlich wie in diversen Rollenspielen, ist ein Inventar vorhanden, welches natürlich auch irgendwann voll sein kann. So trefft ihr schon am Anfang der Missionen und auch währenddessen wichtige Entscheidungen über Dinge, die ihr mitnehmen wollt und umgekehrt. Immerhin lassen eure Gegner nach Erledigung so einiges fallen. Neben Munition und Health-Packs sind das durchaus auch einmal Waffen, die ihr später eventuell sogar dringend benötigt. So eignen sich Panzerfäuste beispielsweise hervorragend dazu, gegnerische „Stahlmonster“ auszuschalten. Mit einer Maschinenpistole wäre das logischerweise um einiges schwieriger. Übrigens haben auch Panzer Besonderheiten, zu denen zum Beispiel ihre Trefferzonen gehören. So können Panzer sehr schnell mit einem Schuss auf die Kette ausgeschaltet werden, den Motor werdet ihr allerdings wohl kaum einfach mal so eben treffen. Ist ein Panzer besiegt und ihr habt zufällig wieder einmal die richtigen Items dabei, könnt ihr diesen auch reparieren und für eure Zwecke missbrauchen. Richtig, ihr dürft euch auch selbst hinter das Steuer klemmen und kräftig auf den Straßen von Ländern wie Frankreich die „Sau rauslassen“, wobei immer zu bedenken ist, dass solch ein Panzer doch ordentlich Gewicht hat und sich auch demnach auf der Straße verhält. Dank der 3D-Umgebung kann er zum Beispiel nicht aus einer Kuhle auf dahinterstehende Gegner feuern. Da ihr Panzer fahren könnt, könnt ihr natürlich auch jedes andere Fahrzeug im Spiel nutzen, solang ihr das möchtet. Neben diversen kleineren Buggys gibt es natürlich auch LKWs, Motorräder und die eben angesprochenen Panzer.
100% flexibel? Die Missionen sind recht vielfältig. Neben diversen Infiltrations-Missionen gibt es auch Panzerschlachten et cetera. Natürlich gibt es dann ebenfalls weniger abwechslungsreiche Missionen, in denen ihr zum Beispiel irgendeinen Feind ausschalten müsst, einen Punkt einnehmen müsst oder eine Stelle halten sollt. Leider sind die Missionen allesamt nicht durch eine Storyline verknüpft, was nicht gerade dazu beiträgt eine richtige Atmosphäre zu schaffen. Im Menü werden euch zu den Kampangnen lediglich ein paar Sätze zur Einführung erzählt, was es dann aber auch schon. Dabei sind weder Cutscenes, noch InGame-Scenes vorhanden. Nicht einmal die Briefings sind halbwegs spannend, geht das ganze doch per Text von statten. Einzelmissionen sind also an der Tagesordung - Ganz ehrlich, jede noch so kitschige Story hätte „Soldiers: Heroes Of World War 2“ sicherlich wesentlich spannender gestaltet. "Soldiers" geht den Multiplayer-Trend übrigens konsequent mit. Bisher ist jedoch nur der CoOp-Modus vorhanden, mit dessen Hilfe und der von bis zu drei Freunden von euch, ihr dem Computer-Gegner die Hölle heiß machen könnt. Codemasters versprach aber weitere Ergänzungen, die hoffentlich auch in absehbarer Zukunft gebracht werden.
„Soldiers“ - So spielt man heute Kommen wir nun ein wenig auf die technische Schiene des Titels, in der uns besonders die Soundgestalltung gefällt. Sämtliche Waffen et cetera sollten möglichst dicht an das Original heranreichen, was auch gelungen zu sein scheint (wir haben leider noch nie einen Panzer schießen hören, deshalb können wir uns dazu natürlich nicht so genau äußern). Auch die Musikalische Untermalung ist mehr als gelungen, der emotionale Soundtrack ist definitiv gelungen. Kleine Abzüge in der B-Note: Die Lokalisierung ist teilweise etwas misslungen, um nicht zu sagen miserabel. Das gilt für die Texte genauso wie für die Sprüche der Soldaten. Vom Sound zur Grafik. Hier dürft ihr definitiv von gut gemachter Arbeit sprechen und das auf ganzer Linie. Sehr nette Animationen sind nur ein Punkt darin. Besonders interessant ist auch die Physikengine, die sehr realistisch daherkommt. Fahrt ihr beispielsweise mit einem Panzer durch ein Haus, wird dieses sehr schön in sich zusammenfallen. Auch Feuer und Explosionen wurden durch sehr schöne Effekte grandios gestaltet. Nicht außer Acht lassen wollen wir noch die bereits am Anfang angesprochene KI. Diese ist für ein Spiel dieser Art recht gut gelungen und teilweise schwierig zu besiegen. So suchen sich gegnerische Soldaten selbständig Deckung oder schleichen um euch herum, um euch schließlich von hinten anzugreifen.
Pro - Grandiose KI - Viele Interaktionsmöglichkeiten - Recht abwechslungsreiche Missionen - Netter Multiplayer, der höchstwahrscheinlich noch erweitert wird - Realistische Physik - Durchaus gelungene Steuerung - Rundum gelungene Grafik - Orchestraler Soundtrack - Saubere Effekte bei Sound und Grafik
Contra - Teils hoher Schwierigkeitsgrad - Keine wirkliche Storyline - Langweilige Missionsbriefings - Schlechte Lokalisierung - Fehlende Zwischensequenzen - Einschränkungen bei zoomen und drehen - Eher wenig Langzeitmotivation
Fazit "Soldiers: Heroes Of World War 2" ist nicht schlecht, keine Frage. Interessant ist vor allem, dass die Partnerschaftsentwicklung der Briten und Ukrainer so gut geklappt hat, aber bei uns konnte das Spiel aus irgendeinem Grund keine wirklich Euphorie hervorbringen. Wir wissen nicht, was uns gefehlt hat. War es vielleicht der teilweise wirklich harte Schwierigkeitsgrad? Eine fehlende Story? Wir können es einfach nicht genau sagen. Taktikfans unter euch, die seit "Commandos 3" nichts ordentliches mehr in ihren Händen hielten und noch auf "Desperados 2" warten, können wir den Titel aber definitiv empfehlen. Den anderen möchten wir an dieser Stelle auch nicht abraten, wobei Anspielen vor dem Kauf wieder einmal die erste Regel ist.
AUTOR: Jan F. (Flint) 25.09.2004, 23:11h
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