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Der potenzielle „Diablo 2“-Killer ist da - „Sacred“ nennt sich das Ganze und stammt aus der deutschen Spieleschmiede Ascaron, die bereits für Kultspiele wie „Anstoss“, „Vermeer“ oder „Port Royale“ bekannt ist. Es steckt viel Arbeit hinter dem Titel und bereits im Vorfeld wurde er sehr gelobt. Auch wir waren (von den Versprechungen) beeindruckt. Ob es letztendlich wirklich für den Genre-Thron und den Verstoß von „Diablo 2“ gereicht hat, erfahrt ihr bei uns im Review, denn wir haben das Spiel gründlich unter die Lupe genommen und keine Ecke ausgelassen.
Willkommen in Ancaria Und Willkommen in der Welt von „Sacred“. Blühende Zivilisation und eine friedliche Fantasy-Welt haben diese über Jahre hinweg ausgezeichnet, bis schließlich der böse und mächtige Ex-Fürst Shaddar einen Dämon erschuf, den er letztendlich selbst nicht mehr unter Kontrolle hatte. Dieser zog nämlich mächtiger denn je Untote und weitere finstere Gestalten in seinen Bann und belehrte Goblins, Orks und Oger des Schreckens, was euch das hübsche Render-Intro eindrucksvoll verdeutlicht. Nur ihr könnt mit einem von 6 Charakteren (Waldelfin, Dunkelelf, Kampfmagier, Vampirin, Seraphim und Gladiator) das Gleichgewicht des Volkes wiederherstellen und Ruhe einbringen. Dabei hat jeder Einzelne seine Schwächen und Stärken, die euch bei der Auswahl erläutert werden. Außerdem werden euch einige Charaktere an Genre-Konkurrenten wie „Diablo 2“ erinnern, während euch andere ein recht frisches Spielgefühl bieten werden. So kann sich die Vampirin bei Bedarf in ein noch düstereres Monster verwandeln, was euch dann bis zu dreifache Angriffskraft bringt. Weitere Einstellungen könnt ihr vor Spielstart leider nicht vornehmen, interessant ist aber, dass jeder Charakter einen anderen Startpunkt in der Welt von Ancaria hat, was euch natürlich dazu animiert, „Sacred“ mit jedem der Charaktere durchzuspielen.
Auf dem Weg zum Helden Egal wo und mit wem ihr beginnt: Zunächst werdet ihr mit einem leicht verständlichen Tutorial nach und nach in das Spielgeschehen eingeführt. Die Steuerung wird hierbei weniger erklärt, was aber auch nicht schlimm ist, da sie Profis unter euch bekannt sein dürfte und auch zusätzlich hinten auf dem ohnehin recht informativen Handbuch vorzufinden ist. Lediglich das Fehlen eines Cursors ist hier spürbar, aber auch an dieses „Feature“ gewöhnt ihr euch leicht, da der Charakter immer in die Richtung läuft, wo ihr gerade hinklickt - Außer er bleibt irgendwo hängen, was euch desöfteren vorkommen könnte. Aber nun zurück zum Thema: Viel mehr haben sich die Entwickler von Ascaron bei der Spieleinführung auf die Herzstücke wie das Skillsystem konzentriert, wobei sich dieses auch nicht gerade vor den Konkurrenz-Produkten unterscheidet und genau wie die sonstigen Funktionen von „Sacred“ leicht zu verstehen ist. So kann euer Charakter durch viele Kämpfe seine Erfahrung in den verschiedensten Bereichen steigern, was durch Aufsteigen eines generellen Levels geschieht. Natürlich ist euch dies nur wärmstens zu empfehlen, da ihr bei den späteren Gegnern möglichst viel Durchschlagskraft und verschiedene Angriffe benötigt - Ganz zu schweigen von verschiedenen Rüstungen und Waffen, die ihr erst ab einem bestimmten Level benutzen beziehungsweise tragen dürft.
In der Rolle des Hauptdarstellers Die Welt von „Sacred“ steckt wie jedes andere Rollenspiel voller Überraschungen. So werdet ihr immer wieder wertvolle Gegenstände oder pures Gold finden, das ihr natürlich beim nächstgelegenen Händler gegen nützliche Dinge wie beispielsweise Heiltränke oder stärkere Rüstungen eintauschen könnt. Außerdem erwarten euch so gut wie an jedem Platz der recht großen Welt Leute, die euch Aufträge zu bieten haben. Diese sind zwar nicht unbedingt innovativ, aber immerhin sehr abwechslungsreich, da sie sich so gut wie nie wiederholen oder ähneln. So müsst ihr zum Beispiel eine Person zu einem anderen Ort eskortieren oder einfach nur ein Dorf vor einer Monster-Plage beschützen. Dabei zeigt euch ein Pfeil in eurem Kompass immer die ungefähre Richtung an, wobei die Laufwege (selbst mit Pferd) immer sehr lang und teilwesie auch umständlich ausfallen. Bei der Spielzeit könnt ihr so auf gut 40-50 Stunden und mehr kommen und eure Gegner werden dabei nach und nach schwerer. Während euch anfangs noch kleine Goblins und Wölfe erwarten, kann es später schon bis hin zu fiesen giftigen Spinnen und Eisriesen kommen. Damit ihr diese Kämpfe überstehen könnt, haben sich die Entwickler ein ordentliches Kampfsystem ausgedacht, welches genauso einfach wie innovativ ist. Die wilden Klickorgien werden bei „Sacred“ nämlich generell in 2 Möglichkeiten eingeteilt. So führt ihr auf der linken Maustaste normale (Schwert-)Schläge aus, während sich die rechte Maustaste meist auf die Spezialfähigkeit des Charakteres konzentriert. So lässt hier der Kampfmagier wilde Zaubersprüche los, während sich die Vampirin in ein fieses blutgeiles Monster verwandelt. Diverse Combos eröffnen euch außerdem noch interessante taktische Möglichkeiten, die in diesem Genre so noch nie gesehen worden sind.
Kinderkrankheiten in der weiten Welt Der Multiplayer-Modus von „Sacred“ spielt sich eigentlich haargenau wie der vom Genre-Leader „Diablo 2“. So könnt ihr mit eurem aufgepowerten Helden im LAN und Internet gegen eure Freunde antreten, wobei sich auch hier das vorherige Durchspielen des Singleplayer-Modus empfiehlt. Generell gibt es 2 Modi: Zum Einen wäre dies der Kampagnen-Modus, bei dem ihr mit bis zu 16 Mitspielern gegen das Böse in der Welt von Ancaria ankämpft. Zum Anderen gibt es dann noch den sogenannten „Playerkiller“-Modus, bei dem ihr entweder einzeln oder im Team gegeneinander antreten könnt. Letztgenannter eignet sich also optimal zum Vergleichen der Charaktere und ist auch für „Rangkämpfe“ wie geschaffen. Allerdings wird der Multiplayer-Modus auch noch von einigen Bugs und Serverproblemen überschattet, erstgenannte werdet ihr in der Verkaufsversion leider auch im Singleplayer-Modus vorfinden. Da die Entwickler von Ascaron ihre Fans allerdings nie im Stich lassen und bereits zum jetzigen Zeitpunkt kräftig Patches geliefert worden sind, dürften diese „Kinderkrankheiten“ bald der Vergangenheit angehören.
Die wundervolle Natur Grafisch gesehen übernimmt „Sacred“ nicht den Genre-Thron. „Diablo 2“ stellt es klar in den Schatten, aber gegen ein „Dungeon Siege“, „Knight Shift“ oder „Neverwinter Nights“ kann es wegen des 2D-Gerüsts natürlich nicht ankommen. Das Spiel sieht aufgrund der vielen Details aber troztdem wunderbar aus. Viele Bäume und Pflanzen, schöne Schatten, wundervolle Effekte, ein flüssiger Tag- und Nachtwechsel, unterschiedliche Schauplätze und auf der mittleren der 3 Zoom-Stufen scharfe Texturen - Da stören nur die recht statische Spielwelt, die hölzernen Animationen der Charaktere und kleinere Designschnitzer, die sich unter anderem auch auf das Wasser beziehen. Beim Sound wurden Ascaron-typisch so gut wie nichts gespart. Wundervolle, viele und vor allem abwechslungsreiche Klänge begleiten euch im Hintergrund bei jeder Situation, während euch ansonsten ebenfalls gute, aber leider recht oft wiederholende Effekte erwarten. Auch die Sprachausgabe lässt sich hören, wobei wir hier kritisieren müssen, dass es teilweise auch „Stumm-Texte“ gibt, die ihr ohne jegliche Untermalung selbst lesen müsst.
Pro - 6 verschiedene und interessante Charaktere - Viele abwechslungsreiche Aufträge - Große, abwechslungsreiche und detaillierte Welt - Typisches Rollenspiel-Feeling mit sehr vielen Gegenständen, Zaubersprüchen etc. - Ausgewogener Schwierigkeitsgrad - Gute Grafik- und Soundeffekte - Fast perfekter Soundtrack - Ordentliche Sprachausgabe - Gelungenes Skill- und Kampfsystem
Contra - Ein paar Bugs und Ungereimtheiten, die aber nach und nach mit Patches behoben werden - Grafikgerüst nur 2D - Schwache Animationen - Oft wiederholende Soundeffekte - Teilweise wurde an Sprachausgabe eingespart - Story verdient keinen Preis
Fazit “Sacred” ist ein sehr gutes Rollenspiel mit vielen Vorteilen gegenüber den Konkurrenten. Wir vergleichen das Spiel an dieser Stelle nicht, wie viele unserer Kollegen, mit “Diablo 2”, da beide Spiele ihre Schokoladenseiten haben. “Sacred” platziert sich auf jeden Fall an der Spitze des Genres und nun liegt es an den Entwicklern von Ascaron, denn mit weiteren Patches könnten sie den Multiplayer und einige Features weiterhin verbessern, was das Spiel auch langfristig ernstzunehmend machen würde.
AUTOR: Carsten 21.03.2004, 22:21h
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