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Neben den Adventures scheinen auch die Wirtschaftssimulationen wieder aufzuleben. So gab es im letztgenannten Genre einige Neuankündigungen im laufenden Jahr, die fast allesamt zur jetzigen Zeit auf den Markt gekommen sind. Zu Diesen gehört auch „Railroad Pioneer“ von Kritzelkratz 3000 und den beiden Publishern JoWood und Big Ben. Ob es das Spiel mit Kollegen wie „Railroad Tycoon (3)“ von Take 2 oder anderen, bekannten Wirtschafts- oder Aufbausimulationen aufnehmen kann, verraten wir euch im nachfolgenden Text, denn wir haben das Spiel auf Herz und Nieren geprüft.
Der wilde Westen „Railroad Pioneer“ beginnt in der goldenen Epoche der Eisenbahn - Und zwar an der Stelle, wo sie ganz groß wird und auch für Personen- und Frachtverkehr genutzt wird. Anfang des 19. Jahrhunderts steht die Menschheit zudem vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe: Dem Bau der ersten transkontinentalen Eisenbahn. Als Spieler müsst ihr euch in die Lage eines damaligen Eisenbahn-Pioniers versetzen, der nur dieses eine Ziel im Auge hatte. In „Railroad Pioneer“ erwarten euch bei der Kampagne insgesamt 10 Missionen, die es zu meistern gilt, wobei jede einzelne Mission die Storyline immer weiter fortführt. Doch bei eurem Abenteuer werden euch auch einige Gefahren, wie zum Beispiel Banditen oder Hindernisse, wie die Konkurrenz über den Weg laufen. Letztendlich ist es aber euer Ziel, das Eisenbahnnetz in Richtung Westen immer weiter auszubauen.
Entdecke die Möglichkeiten Der Bau von Gleisen stellt euch bei der Kampagne oder in den 5 separaten Missionen dabei immer wieder vor neue Herausforderungen. So müsst ihr in gelegentlichen Situationen riesigen Brücken bauen oder bei einem stark ausgeprägtem Gleisnetz den Überblick bewahren, was nicht immer einfach ist, denn selbst die Züge haben ihre eigenen Eigenschaften, wodurch es bei starken Geschwindigkeits- oder Anzugsunterschieden oft zu größeren Warteschleifen kommen kann. Ein weiteres Hindernis ist die etwas umständliche Steuerung, da sie ungewohnt umgesetzt worden ist. Habt ihr euch allerdings ein paar Minuten eingespielt und in das Spiel eingefunden, so dürfte sie kein größeres Problem mehr darstellen. Spaßig ist auch der bereits im Spiel enthaltene Multiplayer-Modus, der euch noch einmal einige zusätzliche Spielstunden geben wird, denn mit Freunden macht ja bekanntlich jedes Spiel gleich doppelt so viel Spaß. Bei „Railroad Pioneer“ könnt ihr diesen gemütlichen Abend entweder über Internet oder über LAN veranstalten.
Macht durch Handeln Selbstverständlich erwartet euch in „Railroad Pioneer“ nicht nur der Bau von Lokomotiven, Waggons und Gleisen, denn wie in jeder anderen Wirtschaftssimulation steckt auch in diesem Beispiel mehr dahinter, als zunächst auf den ersten Blick vermutet. So könnt ihr neben dem typischen Konkurrenzkampf auch auf gezielten Handel setzen. Dieser kann übrigens friedlich oder auch kriegerisch verlaufen. Sehr wichtig ist auch das Erkunden der immer großen Map, denn ohne Kundschafter (Pioniere, Revolverhelden, Köche, Prospektoren und einige andere spezielle Erkunder) könnt ihr auch nicht wichtige Gebäude, wie Getreidefarmen oder Holzfällerhütten finden, die eure Ressourcen produzieren. Ein weiterer, durchaus wichtiger Aspekt ist auch die Forschung. Hier könnt ihr einzelne Upgrades für euren bereits vorhandenen Fuhrpark oder gar komplett neue Eisenbahn-Technologien erforschen. Nebenbei könnt ihr eure Lokomotiven auch durch sogenannte Veteranen-Punkte, die ihr durch das Erreichen von bestimmten Zielen, wie zum Beispiel 50.000 Dollar Umsatz mit einer bestimmten Bahn, upgraden. Umfangreiche, aber auch etwas unübersichtliche Statistiken helfen euch hierbei in allen wirtschaftlichen Aspekten weiter, denn ihr könnt eure Entscheidungen, euren Fuhrpark und vieles mehr mit dem der Gegner vergleichen.
Realitätsnähe? Fehlanzeige Schlimmer sieht es bei „Railroad Pioneer“ von der technischen Seite aus. So gibt es fast schon zu lange Ladezeiten, die aber durch die Größe der Maps wiederum verständlich sind. Schade ist aber, dass das Spiel auch noch ein paar Minuten nach dem Laden ein wenig ruckelig über den Bildschirm flackert. Ärgerlich sind einige Bugs, die beim Spiel zu unvorhersehbaren Abstürzen führen. Mit den ersten Patches wurden diese aber größtenteils behoben. Die Grafik wirkt zwar recht gut und kann eigentlich auch mit „Railroad Tycoon 3“ mithalten, nur was bei näherem Hinsehen geboten wird, ist einfach nur miserabel. Die einzigen Effekten im Spiel sind sehr seltene Partikeleffekte, die Schatten und der Dampf aus den Kesseln der Lokomotiven oder Häusern - Das war es aber auch schon. Nicht einmal die Räder drehen auf den Gleisen mit und in den Städten und Landschaften kommt eher Horror-Feeling auf, denn es bewegt sich wirklich nichts und kein einziges Lebewesen ist zu sehen. Lediglich die guten Zoom-Möglichkeiten können in diesem Bereich des Spiels mit der Konkurrenz mithalten. Besser sieht es hier schon bei der musikalischen Untermalung aus. Der Soundtrack wurde von der „Cellar Room“-Band inszeniert und umgesetzt und klingt stimmig und passt optimal zum sonstigen Spielverlauf. Auch die Sprachausgabe, die euch durch die Storyline und das Tutorial begleitet, wirkt sauber. Doch auch bei diesem Punkt gibt es bei den kleineren Details wieder einiges an Kritik auszusetzen. So wiederholen sich die Soundeffekte bei genauerem Hinhören sehr oft und werden euch schon nach ein paar Spielstunden nur noch auf die Nerven gehen. Auffällig ist auch, dass das Spiel in keinster Weise Dolby Surround unterstützt.
Pro - Gute Landschaftsgrafik - Saubere Zoom-Möglichkeiten - Passende, musikalische Untermalung - Gelungene Sprachausgabe - Storyline begleitet euch Spieler bei den einzelnen Missionen - Nette Rollenspielelemente (wie zum Beispiel die Veteranen-Punkte) - Gute, wirtschaftliche Möglichkeiten (Handel, Forschung, etc.) - Spaßiger Multiplayer-Modus
Contra - Etwas lange Ladezeiten - Wenige Grafik- und Soundeffekte - Ärgerliche Bugs - Zwar viele, aber unübersichtliche Statistiken - Teils zu leicht
Fazit “Railroad Pioneer“ ist für JoWood, Big Ben und Kritzelkratz 3000 ein insgesamt guter Einstieg in das Genre der Wirtschaftssimulationen. Wir können das Spiel allerdings nur für geduldige Leute, Gelegenheitsspieler und Anfänger empfehlen, denn für die Profis unter euch ist „Railroad Tycoon 3“ die bessere Wahl. Trotzdem hoffen wir, dass es einen Nachfolger geben wird, bei dem die Entwickler aus den Fehlern gelernt haben.
AUTOR: Carsten 28.11.2003, 23:58h
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