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Seit geraumer Zeit versuchen alle möglichen Entwickler mit Pinball-Spielen das große Geld zu machen, bis jetzt allerdings ohne Erfolg, denn zu stark waren die Ähnlichkeiten zum 08/15-Windows-Pinballgame. Der schwedische Entwickler Iridon Interactive wagte jetzt den großen Schritt und brachte erneut eine Pinballsimulation auf den Markt, allerdings weltweit zum ersten Mal komplett in 3D. Ob die Jungs ihre Aufgabe gut getan haben (was bei 3D nicht unbedingt leichter geht, da es schnell unübersichtlich wird), erfahrt ihr nun in unserem Test.
Pure Wonder Wie schon gesagt, „Pure Pinball“ ist die erste Pinball Simulation komplett in 3D. Sofort bemerkbar macht sich dies bei den Tischen, die aus über 100.000 Polygonen bestehen, was sie in der Tat „Spielehallenecht“ aussehen lässt. Einstellbar sind übrigens auch noch tolle Licht- und Glanzeffekte, die sich übrigens auch auf den umliegenden Raum auswirken, Auflösung sowie Grafikdetails. Nervig finde ich allerdings die Glasreflexionen, da diese doch deutlich an Spielübersicht rauben, weil sie einfach zu herzlos auf die obere Glaswand draufgeklatscht worden sind. Auch die Physikengine hat es in sich, denn alle Spiele liefen bei mir physikalisch korrekt berechnet, wobei die Kugel(n) über 1500 Stück davon pro Sekunde zu verkraften hat. Auch einige kleinere Gimmicks wie eine Videowand (die übrigens auch noch einmal oben links angezeigt wird, sodass sie bei allen 12 Kameraperspektiven sichtbar ist) sind mit von der Partie. Schade ist allerdings, dass für einen doch recht ordentlichen Preis von 30€ nur 3 Tische vorhanden sind. Auch mit den 12 verschiedenen Kameraperspektiven wirkt das Spiel noch ein wenig undurchschaubar, da sie sich allesamt mehr oder weniger stark ähneln. Außerdem „fahren“ sie alle mit der Kugel mit, was bei einigen von euch vielleicht Übelkeitssymptome hervorrufen könnte.
Pure Passion „Pure Pinball“ glänzt vor allem durch moderne Pinballtische, womit Supercombos, Jackpot & Co. gleich noch mal so viel Spaß machen. Der Tisch „Excessive Speed“ besitzt sogar über ein eigenes, kleines Extra Level, was durch ein bestimmtes Loch erreichbar ist. Je nach Meinung wird das Spiel auch noch durch Mehrfachflipper und bewegliche Plattformen auf- oder abgewertet. Allerdings ist „Pure Pinball“ kein Spiel für zwischendurch, denn hier gilt eher das Motto „Übung macht den Meister“. Selbst die schlechtesten voreingestellten Highscores sind für einen Anfänger schwer zu erreichen. Ein ebenfalls wichtiger Faktor, der dabei eine Rolle spielt, ist die Zeit. „Pure Pinball“ ist nicht das Spiel, welches ihr gesucht habt, um es mal eben in der Mittagspause zu spielen. Für einen ultimativen Langzeittitel fehlt aber auch wieder die Motivation, da die 3 Tische schon nach einigen Stunden langweilig werden, vor allem wenn man das HTML-Handbuch mit einer fast schon kompletten Lösung gelesen hat. In der Minibox war leider nur ein sehr mickriges 19 Seiten-Handbuch vorhanden und eine CD, die in einer Hülle ohne Beschriftung haust.
Pure Feeling Vor allem mit dem Sound weiß „Pure Pinball“ an den ersten Tagen zu glänzen. Jeder Tisch hat einen eigenen Soundtrack mit individuellen Effekten. So hört man bei „World War“ zum Beispiel abstürzende Flugzeuge und Maschinengewehrsalven, unterstützt von einem passendem, traurigen Technolied. Bei mir klang die Musik am besten mit aktivierten 3D Sound und Dolby 5.1 Boxen, allerdings wird auch dieser Punkt mit der Zeit langweilig.
Pure Loosed Features Schon bei der Installation konnte „Pure Pinball“ nicht gerade als Benutzerfreund überzeugen: Langer Zeitraum, plötzlicher Neustart von Windows (ohne Vorwarnung), Key der sich auf der CD befindet und schließlich das Starforce Copy Protection System, was schon bei „Anstoss 4“ für viel negative Furore sorgte, denn es nervt einfach, wenn bei jedem Spielstart erst einmal 15 Sekunden durch die CD-Überprüfung draufgehen. Außerdem hätte ich mir gerne einen etwas ausgereifteren und innovativeren Multiplayer-Modus gewünscht. Einfach 4 Spieler, die hintereinander drankommen, ist heute einfach zu wenig. Der ein oder andere Netzwerk-Modus hätte guten Gewissens dabei sein können.
Pro - Angemessene 3D Grafik-Engine - 12 verschiedene Kameraperspektiven - Passender Soundtrack - Ein Tisch mit Extralevel - Schöne Grafikeffekte - Tolle Physik-Engine - Moderne Pinball-Tische - Gute 3D Soundeffekte - Preis (30€) - Aufwendige Verpackung (Minibox), aber schwache CD Hülle (einfach durchsichtig)
Contra - Nichts zum Freispielen - Zu schwer für zwischendurch - Keine wirklichen Innovationen - Nerviges Star Force Copy Protection System - Einige Kameras rauben stark den Überblick - Nur 3 Tische - Relativ hohe Hardwareanforderungen (Empf. P4 1Ghz oder höher, 64 MB DirectX 9 Grafikkarte, 800 MB HDD, 3D Soundkarte) - Keine wirkliche Langzeitmotivation
Fazit Als ich das erste Mal von „Pure Pinball“ hörte und mir gleich danach die erste Screenshots anschaute, war ich zunächst begeistert. Genau das gleiche Gefühl hatte ich beim öffnen und betrachten der Packung. Allerdings kamen schon bei der Installation erste Schwächegefühle auf. Ich wollte ein Spiel für zwischendurch, so wie das Windows-Pinball, was ich allerdings mit „Pure Pinball“ nicht erhielt. Es ist einfach zu schwer, außerdem gibt es nichts zum Freispielen, was wiederum ein längeres Beschäftigen mit dem Spiel verhindert. Insgesamt ist „Pure Pinball“ dann doch die beste Pinball-Simulation, die es bis jetzt gab. Vor allem Grafik, Tischdesign und Sound gefallen an den ersten Tagen. Dadurch können Pinball-Freaks ruhig noch 2-4% zur Gesamtwertung hinzufügen.
AUTOR: Carsten 04.07.2003, 15:56h
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