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Nachdem der Vorgänger viele Aufbauspielfans unter euch süchtig machte, wollen Ascaron und Take 2 mit dem zweiten Teil der Karibik-Simulation ein weiteres Mal zeigen, wie viel Spaß Handel doch machen kann. Doch ob das auch ohne eine Kampagne und bei solch starken Konkurrenten wie "Anno 1503" funktionert, lest ihr nun am besten bei uns im Test.
Handelsspaß In "Port Royale 2" übernehmt ihr ab dem Jahr 1600 die Rolle eines Unternehmers in der Karibik, dessen Ziele meist mit Handel, manchmal aber auch mit Eroberung zu tun haben. Bei Spielbeginn stehen euch vier Tutorials, vier umfangreiche Szenarien und der klassische Endlosspiel-Modus, der eigentlich den Hauptteil des Spiels einnimmt, zur Verfügung. Schade eigentlich, dass es keine Kampagne gibt, die über eine längere Zeit hinweg mehrere Szenarios oder Ähnliches verbinden könnte. Nun ja, zumindest der Anfang verläuft in den Szenarien beziehungsweise im Endlosspiel gleich: Ihr sucht euch eine Flagge aus, für die ihr in der Karibik segeln wollt, dazu noch euren Namen und den Schwierigkeitsgrad. Dann startet ihr mit einem kleinen Kutter in einer Gouverneursstadt eures Staates mit dem Rang eines mickrigen Schiffsjungen. Von da an verläuft das Spiel eher sehr frei, am Empfehlenswertesten für den Start ist Handel, der ja in gewisser Hinsicht den Hauptteil des Titels ausmacht. Es gibt 19 unterschiedliche Waren, die alle nur darauf warten, in ein Schiff geladen zu werden und zu ihrem Bestimmungsort gebracht zu werden. Der Handel verläuft allerdings nicht etwa wie in "Freelancer", wo jede Ware an jedem Ort ihren festen Preis hat, denn in "Port Royale 2" wird der Preis komplett von Angebot und Nachfrage reguliert, das heißt auf gut Deutsch, wenn auf einer Insel viel Roherz vorhanden ist, sinkt der Preis und es ist empfehlenswert, dass ihr euer Schiff dort beladet. Mangelt es jedoch auf einer Insel an einer Ware, dann steigt der Preis schnell in die Höhe. Im großen und ganzen könnt ihr die Städte in zwei Sparten unterteilen. Das sind zum einen die Kolonialstädte, auf denen Rohstoffe gefördert werden und zum anderen die Gouverneursstädte, auf denen diese Rohstoffe zu Bedarfsgütern weiterverarbeitet werden. Diese Einteilung hilft vor allem Anfängern unter euch dabei, sich Handelsrouten zu überlegen.
Wenn das Wasser zu kochen beginnt... Natürlich gibt es in "Port Royale 2" auch hin und wieder einmal Auseinandersetzungen zwischen Kolonialmächten untereinander oder mit den Piraten, die aus den verschiedensten Gründen entstehen. Eure Schiffe könnt ihr in Konvois aus bis zu zehn solcher über die Seekarte jagen und ihnen ihre eigenen Aufgaben und Handelsrouten erteilen. Die Anzahl der Konvois ist später im Spiel unbegrenzt, jeder dieser braucht lediglich einen eigenen Kapitän, den ihr in einer der vielen Kneipen anheuern könnt. Kommt es zu einem Seekampf, schaltet das Spiel automatisch in eine Kampfkarte um, die alle Schiffe detailliert zeigt und euch die Kontrolle über eure Schiffe gibt. Die Kämpfe zu Wasser, die beim Vorgänger als oft zu unübersichtlich beklagt wurden, sind nun etwas übersichtlicher und vor allem fehlerfreier geworden. Erreicht wird das dadurch, dass ihr immer nur ein Schiff eures Konvois in die Schlacht führen könnt. Leider ist die komplette gegnerische Flotte von Anfang an im Wasser, was manche Kämpfe vor allem für Anfänger unter euch ziemlich herausfordernd macht. Trotzdem bieten die Seekämpfe viel Abwechslung. Durch unterschiedliche Munitionsarten und die Möglichkeit gegnerische Schiffe zu entern und den Kapitän danach in einem spannendem Fechtkampf zu Besiegen wird jeder Seekampf zu einem neuen Abenteuer. Nicht so spannend hingegen sind leider die Landkämpfe geraten, was eine genretypische Schwäche zu sein scheint, denn auch die Landgefechte von "Anno 1503" sind nicht gerade dafür bekannt, besonders interessant zu sein. Bekommt ihr von eurem Gouverneur den Auftrag, eine feindliche Stadt zu erobern, endet das meistens mit einem mittelmäßigem Aufgebot von unliebevoll animierten Einheiten mit schlechter KI. Nehmt ihr jedoch eine Stadt im Namen eures Landes ein, zeigt sich der Gouverneur meist sehr dankbar und schenkt euch ein kleines Stückchen Land, auf dem ihr eure eigenen Produktionsstädten errichten könnt.
Technik, die begeistert? Die Grafik bei "Port Royale 2" ist auf jeden Fall schön anzusehen: Die Schiffe und das Wasser bestehen sogar aus echten 3D-Objekten, was vor allem auffällt, wenn ihr die schönen Schiffe im Vergleich zu den Bitmap-Inseln seht. Details wie Delphine, schöne Mündungsfeuer und so weiter gibt es auch überall zu sehen. Die Animationen sind den Entwicklern von Ascaron wie schon erwähnt ebenfalls wunderbar gelungen. Alles in allem ist die Grafik wirklich gelungen, wenn ihr bedenkt, dass "Port Royale 2" nun wirklich kein Spiel eines Genres ist, dass auf solch eine großartige technische Untermalung setzt. Ein großer Pluspunkt ist auch die atmosphärische Karibik-Musik, die das Spiel in jeder Hinsicht aufwertet. Auch die verschiedenen Soundeffekte des Titels können sich auf jeden Fall „hören“ lassen.
Pro - Viele Verbesserungen im Vergleich zum Vorgänger - Optimierte Steuerung - Nette Gameplayelemente (Zum Beispiel das Preissystem der Waren) - Motivierend viele Handelsmöglichkeiten - Spaßige Seekämpfe - Hübsche Animationen - Detaillierte Texturen - Gelungener Sound - Ordentliches Handbuch (inklusive Karte)
Contra - Keine Kampagne - Teils einseitige Ziele in den Szenarien - Hin und wieder hoher Schwierigkeitsgrad - Langweilige Landgefechte - An einigen Stellen veraltete Grafik
Fazit Mit Sicherheit ist „Port Royale 2“ ein Spitzenreiter des Genres, denn das Spiel übertrifft die meisten Konkurrenten in vielen Aspekten. Vor allem wer von euch den Vorgänger mochte, wird von „Port Royale 2" erst richtig in den Bann gezogen. Unsere Empfehlung geht an alle Landratten bis Flottenadmirälen unter euch...
AUTOR: Alex 14.09.2004, 21:51h
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