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Himmel und Hölle: Ein beliebtes Thema zum Diskutieren und Forschen, letztendlich aber auch für PC- und Videospiele. So nun auch „Painkiller“, ein Spiel der polnischen Entwickler von People Can Fly, welches hier und in vielen anderen Ländern von Dreamcatcher vertrieben wird. In diesem Ego-Shooter mit vielen Elementen anderer Action- und Horrorspiele übernehmt ihr einen ganz normalen Menschen, der durch einen mysteriösen Hintergrund in den Kampf zwischen Himmel und Hölle geschickt wird. Wir konnten uns bereits von einer Alpha-Version vom Spiel überzeugen lassen und vergaben das Urteil „Sehr Gut“. Wie nun allerdings die fertige Verkaufsversion geworden ist, erfahrt ihr bei uns im Test.
Das Mysterium von Himmel und Hölle Die Story von „Painkiller“ ist leicht zu erklären, aber keinesfalls so einfallslos wie in manch anderen der heutigen Ego-Shooter. Der Spielcharakter Daniel Garner und seine Frau befinden sich in ihrem Auto auf nasser Fahrbahn und auch noch an einem Abend, doch da passiert es auch schon: Die beiden sterben bei einem tragischen Unfall, wobei das Weibchen sofort in den Himmel befördert wird. Unser Spielheld hingegen befindet sich gefangen zwischen Himmel und Hölle, wo er sich bei einer grauhaarigen Gestalt wiederfindet. Dummerweise wird er nach dem knappen Gespräch aufgrund seiner unreinen Seele auch noch in einen Krieg verwickelt, wodurch es nur eine Lösung für ihn gibt: Er muss alle möglichen Monster und Gestalten der Hölle abwehren, um letztendlich in den Wolken die Ruhe gemeinsam mit seiner Geliebten zu finden. Und genau an diesem Punkt steigt ihr in das Spiel ein: Ihr müsst euch durch 24 komplett unterschiedliche Level kämpfen und dabei Massen an Gegnern bekämpfen. Und ein „Serious Sam“-Klon ist „Painkiller“ wahrlich nicht, denn jedes Level ist ein neues Erlebnis und spielt in einer anderen Gegend. Hier haben uns die Entwickler wirklich nicht zu viel versprochen. Allerdings kam in unserer Version noch nicht ganz herüber, wie die Level im Zusammenhang mit der Storyline harmonieren.
Simpel oder doch komplex? Richtige Primär- oder Sekundäraufgaben gibt es in „Painkiller“ nicht - Genauso wenig wie die hochgelobten Rollenspielelemente oder überraschende Ereignisse und/oder Storywendungen. Die Entwickler von People Can Fly haben auf simple Action gesetzt, so wie sie im Buche steht und den Älteren unter euch genaustens bekannt sein dürfte. Allerdings gibt es kleinere Ziele, die ihr erfüllen solltet, um die sogenannten Tarot-Karten zu erhalten, mit denen ihr beispielsweise euer Tempo oder sonstige Eigenschaften beeinflussen könnt. Dabei könnt ihr immer nur eine bestimmte Anzahl von Karten einsetzen und müsst, um sie zu erhalten, genau das beschriebene Ziel erreichen. So müsst ihr beispielsweise alle Monster töten oder das Level in einem bestimmten Zeitabschnitt schaffen. Das Einsetzen kostet dabei immer wieder ein wenig Gold, welches ihr allerdings überall in Gegenständen, Ecken und auch teilweise bei toten Gegnern findet. Ihr müsst euch dennoch vom Anfang bis zum Ende des Levels durchkämpfen, teilweise müsst ihr wie gesagt sogar alle Gegner restlos erledigen, um weiterzukommen. Dabei machen euch die angesprochenen Kontrahenten das Leben nicht gerade leicht, da sie meist in Massen auftreten. Euch erwarten 40 verschiedene Typen, wobei fast jeder einzelner spezifische Fähigkeiten. Von 08/15-Zombies, über gerüstete Skelette bis hin zu finsteren Magiern und End-Bossen erwartet euch wirklich alles. Die hochgeprisene KI können wir dabei leider nicht bestätigen. Die „Bösen“ verhaken sich einfach noch zu oft in irgendwelchen Objekten und Nahkampf oder Ähnliches können wir auch nicht wirklich beurteilen, da die Gegner wie schon gesagt immer gehäuft auftreten und dadurch der Blickpunkt klar auf blanke Action gerichtet ist.
Mehr Hilfen gegen die Hölle Zur Bekämpfung wartet ebenfalls ein großzügiges Waffen-Arsenal auf euch. Von der MiniGun bis zur Armbrust, die allerdings Holzplöcke verschießt, ist alles dabei. Und geht euch mal die Munition aus, so habt ihr immernoch die nicht gerade harmlose Standard-Waffe, die mit ihren 3 Klingen alles „niedermetzelt“, was sich ihr in den Weg stellt. Außerdem habt ihr die Möglichkeit, die grün leuchtenden Seelen eurer Gegner aufzusammeln. Diese bringen euch auf den ersten Blick vielleicht nichts, aber bei näherem Hinsehen werdet ihr merken, dass sich das Bild ab einer Stückzahl von 64 anfängt zu verschwimmen und zu verzerren. Sammelt ihr dann noch ein paar Seelen ein, verwandelt sich die Spielfigur in einen mächtigen Dämonen und das Geschehen wird in Schwarz-Weiß mit wundervollen Effekten angezeigt. Lediglich die Gegner werden in roter Farbe angezeigt und lassen sich einfacher denn je bekämpfen. Wo wir schon bei der Farbe rot sind: Die deutsche Version von „Painkiller“ wurde ein wenig verändert: So erwartet euch beispielsweise statt rotem Blut grünes und auch die sogenannten „Ragdoll“-Effekte wurden vorsichtshalber entfernt. Für die Langzeitmotivationen haben die Entwickler außerdem noch einen Multiplayer-Modus in das Spiel eingebaut, der mit interessanten und innovativen Modi, sowie bis zu 16 statt zunächst 32 geplanten Mitspielern auftrumpfen kann. Hier wird die Langzeitmotivation auf jeden Fall um ein paar Stunden verlängert.
Passendes Ambiente Von der technischen Seite ist „Painkiller“ ein Schmaus für alle Sinne. Fangen wir am Besten mit der Physik an, für die sich die Polen die „Havoc 2“-Physikengine gesichert haben. Was sie daraus gemacht haben, ist noch längst nicht selbstverständlich, denn das Spiel stellt viele Konkurrenten durch korrekte und grandiose Berechnungen in den Schatten. Außerdem lassen sich auch teilweise Objekte zerschießen, um sie womöglich sogar auf den Gegner fallen/fliegen zu lassen. Grafisch ist „Painkiller“ Dank der eigens entwickelten „Pain 3D“-Engine auf dem neuesten Stand und muss sich ebenfalls nicht vor den großen Konkurrenten verstecken. Die Texturen sind sehr detailliert, wenn auch Level-intern nicht immer abwechslungsreich, was aber auch fast der einzige Kritikpunkt aus dieser Hinsicht ist, denn die Level an sich sind wie schon gesagt alle ein einmaliges Erlebnis und wiederholen sich keinesfalls. Die Animationen laufen zwar ein wenig träge, aber immerhin sehr flüssig ab und Charaktere und Objekte bestehen aus über 100x mehr Polygonen, als bei (fast) jedem anderen Spiel dieser Art. Außerdem wurden neben diversen Feuer- und Lichteffekten einige tolle und auch hilfreiche „Grafik-Schmankerl“ in das Spiel eingebracht. So gibt es zum Einen die aus „Max Payne 2“ bekannte Bullet-Time, die ähnlich wie beim Vorbild per Knopfdruck und passender Tarotkarte aktiviert ist. Wichtiger Unterschied aus taktischer Hinsicht ist, dass sich euer Charakter immernoch so schnell wie in Echtzeit bewegen kann, lediglich Gegner und Waffen kommen in Zeitlupe herüber, was enorm wichtig ist, damit ihr den Überblick bewahren könnt. Den anderen Effekt bekommt ihr wie gesagt erst zu spüren, wenn ihr euch in einen Dämonen verwandelt, dafür wird er eben umso eindrucksvoller präsentiert. Der sehr rockige Soundtrack passt sich immer wieder optimal dem Spielgeschehen an, auch wenn er an einigen Stellen nicht gerade gut für die düstere Atmosphäre ist. Auch die Soundeffekte sind genial inszeniert und entstehen je nach Situation. Am Besten kommt das Ganze mit aktivierten Dolby Surround herüber, denn auch diese Funktion haben die Entwickler voll und ganz ausgenutzt.
Pro - Tolle Atmosphäre - 24 recht lange, abwechslungsreiche und in 5 Kapitel unterteilte Level - Simple Steuerung - Gute Elemente wie Tarotkarten oder Dämonen-Modus - 4 gut angepasste Schwierigkeitsgrade - Automatisches und freies Speichern möglich - Viele Waffen- und Gegnertypen (inklusive Endgegner) - Nette Physik-Engine - Insgesamt tolle Grafik mit wundervollen Effekten - Gelungene Soundeffekte - Umfangreicher Multiplayer für bis zu 16 Mitspieler
Contra - Die Level hängen kaum zusammen - Kaum Wiederspielwert aufgrund der sehr simplen Action - „Nur“ befriedigende KI - Soundtrack teilweise zu rockig und somit unpassend
Fazit „Painkiller“ ist seit der von uns angespielten Preview-Version sicherlich nicht schlechter geworden, aber die Verbesserungen halten sich auch nur in Grenzen. Immerhin haben die polnischen Entwickler von People Can Fly ein (für kurze Zeit) durchaus spaßiges und fehlerfreies Spiel abgeliefert, welches sich simpler Action wie bei „Serious Sam“ bedient. Aufgrund der wundervollen Technik sollte es auch jeder unter euch zumindest einmal angespielt haben. Diejenigen, die auf eine tiefsinnige Storyline und komplexe Gameplay-Elemente setzen, sind bei „Painkiller“ allerdings an der falschen Adresse.
AUTOR: Carsten 18.05.2004, 15:43h
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