|
Ein Ego-Shooter nach dem anderem überrennt derzeit den Spielemarkt. Wir alle erwarten doch brennend die ganz Großen dieses Genres, wie zum Beispiel “Half Life 2” und/oder “Doom 3”. Das was diese Spiele und eigentlich auch das gesamte Genre auszeichnet, ist die überragende Grafik. Wie ein Ego-Shooter mit Durchschnitts-Grafik abschneidet, erfahrt ihr bei unserem Test von “Nina: Agent Chronicles”.
Frauen Power Ihr spielt Nina, eine außergewöhnliche Anti-Terror-Agentin mit ebenfalls außergewöhnlichen Fähigkeiten. In den Bergen Afghanistans versteckt sich der Chef einer Terrorbande, der eifrig an einem Prototyp einer Geheimwaffe entwickelt. Ihr wurdet für den Auftrag den Anführer zu finden und die Waffe, sowie die Pläne dafür zu beseitigen, ausgewählt, weil ihr übersinnliche Fähigkeiten besitzt, mit denen ihr die Gedanken des Gegners lesen könnt und so schneller an den genauen Standpunkt der Waffe herankommt. In den Missionen müsst ihr euch stets alleine den Weg bahnen und zwischendurch auch einige Jump ’n’ Run- und Stealthetappen meistern.
Zu einfallsreich In den Mienenschächten Afghanistans kommt beim Durchkämpfen durch unzählige Tunnelsysteme und Gebäude richtig Laune auf. Die Gegner sind dabei auch kein großes Hindernis, da ihr sie mit einem gezielten Schuss schnell ausschalten könnt und die Maps ohnehin mit Ersatzmunition und Health-Packs voll gestopft sind. Im Gegensatz dazu sind die Jump ’n’ Run-Einlagen ziemlich knifflig und ihr wisst oft nicht, in welche Richtung es weiter geht, bis ihr dann den Weg über eine schmale Mauer und anschließend das balancieren über ein Stromkabel bewältigt habt. Alles in allem erinnert dieser Part des Spiels an Lara Croft und ihre “Tomb Raider”-Spiele. Auch die besonderen Fähigkeiten Nina’s sind alles andere als Positiv. Stellt euch vor ihr kommt in eine riesige Halle voller dummer Gegner, die nur so darauf brennen euch in einem Sarg zu sehen und wie wild auf euch losballern. Nachdem ihr kurz hinter einer Kiste in Deckung gegangen seid, rennt ihr wieder los und knallt im Vorbeirennen einen Gegner ab, der sich nur durch die leicht veränderte Farbe seines Oberteiles von den anderen unterscheidet und plötzlich kommt ein schwarzer Bildschirm auf dem steht, dass ihr eine wichtige Informationsquelle erledigt habt. Danach startet ihr wieder am vorherigen Waypoint, der oft meilenweit vom eigentlichen Spielstand entfernt sein kann. Das drückt den Spielspass extrem runter und beweist, dass die Entwickler das Übersinnliche aus diesem Titel besser hätten rauslassen sollen.
Das ganze Spiel am laufenden Band In „Nina: Agent Chronicles“ habt ihr keine Möglichkeit das Spiel wie gewohnt zu speichern, ihr seht leider auch nicht, ob die jeweilige Mission nun auch wirklich zu Ende ist. Das gesamte Spiel wird in keinerlei Abschnitte geteilt und es werden auch nur automatisch eure Waypoints gespeichert, deshalb ist das Hauptmenü auch nur in „Spiel fortsetzen“, „Neues Spiel“, „Optionen“ und „Exit“ aufgeteilt. Leider ist das Spiel statt einer echten Synchronisation auch nur mit Deutschen Untertiteln ausgestattet. Der Soundtrack ist aber genretypisch sehr actionreich, nervenauftreibend und spannend gehalten und bringt viel Stimmung ins Haus.
Das Herz eines Ego-Shooters… …ist zweifellos für Viele die Grafik. In „Nina“ wurde dieser Aberglaube zwar nicht 100 Prozent ausgenutzt, aber den Spielspass drückt die eher durchschnittliche Grafik auf keinen Fall herunter. Die Level sind schön gestaltet und in der schicken First-Person Ansicht, werdet ihr euch schnell in die Welt einer Anti-Terror-Einheit einleben.
Pro - Viele Waffen zur Auswahl - Annehmbare Grafik - Spannende Atmosphäre - Gute Story - Spielen ohne CD möglich
Contra - Überflüssige und nervende übersinnliche Fähigkeiten von Nina - Nur Waypoints sind speicherbar - Die Gegner sind zu schnell tot/Schwache KI - Fehlender Multiplayer-Modus
Fazit Im Gameplay ist „Nina: Agent Chronicles“ bis auf ein paar kleinere Mängel top. Im Grafischen dagegen eher mittelmäßig. Nun müsst ihr euch entscheiden, ob ihr lieber etwas fürs Herz, wie zum Beispiel das hier getestete, packend spannende „Nina: Agent Chronicles“ oder eher was für das Auge, wie zum Beispiel die bald erscheinenden, oben beschriebenen Top Games, haben wollt. Wir können euch aber in jedem Fall City Interactive’s neuestes Werk empfehlen, es ist auf jeden Fall einen Blick wert.
AUTOR: Philip 02.11.2003, 18:21h
|