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Moto GP 2

„Moto GP 2“ kam vor ein paar Monaten als eines der ersten XBOX-Live Games heraus. Seitdem werkelten THQ und Climax an der PC Version, die nun seit dem 20. Juni in den Läden steht. Schneller, spannender und schöner als jemals zuvor soll das Spiel mit der offiziellen Moto GP Lizenz nun sein, was vor allem die verbesserte Grafik-Engine und die 16 Strecken und 22 Fahrer ausmachen sollen. Der zweite Teil soll diesmal besonders die Meinungsverschiedenheiten in Grenzen halten, von denen der Erstere ja ein Liedchen singen konnte.

Hinein in die Maschinenschlacht
Nachdem gelungenem „Moto GP“ Intro geht es ab in das konsolenangelehnte Menü: Alles wird komplett mit der Tastatur gesteuert, wie beim Vorgänger. Zuerst müsst ihr euch einen Fahrer, ein Team, euer Motorrad und die dazugehörige Lackierung aussuchen, wobei ihr relativ großen Spielraum habt. Nachdem dies getan ist, stürzt man sich in der Regel in ein altbekanntes „Schnelles Rennen“, wo sofort die kurze Ladezeit, der rockige Soundtrack und die etwas schwammige Steuerung auffällt. Nach einem frustrierendem 12. Platz, der aber immer noch mit Punkten belohnt wird (bei der Motorrad WM bekommen die Plätze 1-15 welche), versucht man sich erst einmal mit dem Training (Herausforderung). Hier kann man Credits sammeln, die man zum Tuning für das Motorrad verwenden kann. Dabei können, wie schon im ersten Teil, 4 Teile eures Boliden/Fahrers aufgebessert werden: Bremsen, Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit und Kurvenlage. Einziger Unterschied zum Vorgänger, dem „Moto GP 2“ generell in fast allen Punkten ähnelt, ist sind hierbei die Sterne. Beim ersten Teil gab es nämlich Gold-, Silber- und Bronzemedaillen.
Aufgefallen ist ebenfalls, dass es nun auch bei jedem Kurs Herausforderungen gibt mit denen man die wichtigen „Tuning Credits“ sammeln kann. Verschiedene Übungen, wie z.B. das schnelle Passieren eines schweren Abschnitts der Strecke, sind oft schwer zu meistern. Dadurch werdet ihr euch jedoch umso mehr um jeden einzelnen Erfahrungspunkt freuen.

Fahren am Limit
Wenn ihr euer Motorrad einigermaßen auf Vordermann gebracht habt, kann es dann endlich losgehen: Strecke anfahren, 10 Minuten Qualifying, eine persönliche Bestzeit und dann mit einer hoffentlich guten Position ins Rennen starten. Als Erstes werden euch die vielen Streckendetails auffallen, die ja beim ersten Teil herzlichst vermisst worden sind. Auch schöne kleinere Gimmicks, wie die sichtbare Veränderung des Reifenprofils bei z.B. Regen, geben dem Spiel den gewissen „Kick“.
So langsam gewöhnt ihr euch an die Steuerung und es geht an die Highspeed-Geraden von Suzuka: Grelllende Sonne, Hitzeflimmern, alles verschwimmt wenn ihr mit 300km/h in Richtung nächste Kurve brettert. Die Steuerung läuft mittlerweile flüssig und leicht von der Hand. Schließlich musste es aber passieren: Die S-Kurven machen es euch zu schaffen und ihr landet im Kiesbett. Mittels eines schönen, fernsehreifen Kameraschwenks werdet ihr und euer Motorrad wundervoll durch die Gegend geschleudert. Nach dem Aufrappeln gibt es erst einmal verschmutzte Reifen und einen rauchenden Auspuff. Langsam verwischen die Asphalttexturen und ihr seid wieder drin, mitten im Getümmel. Überhaupt wurde in „Moto GP 2“ wirklich alles beachtet: Schatten der Wolken werden korrekt auf dem Boden wiedergegeben, bei Regen entstehen wiederum tolle Spiegeleffekte auf dem Untergrund. Auch die Hintergründe können sich sehen lassen, denn manchmal wirken sie wirklich 3D getreu fotorealistisch. Diese verändern sich auch genau wie Reifen und Asphalt je nach Wetter.
Insgesamt ist die Grafik sehr gut gelungen. Die Motorräder bestehen aus Hunderten von Polygonen, auch die (Fluch-)Animationen der Fahrer wirken realistisch und kommen gut rüber.

Eurosport und RTL lassen grüßen
Vor allem die Wiederholungen beeindrucken immer wieder aufs Neue. TV reife Kameraschwenks und verschiedenste Perspektiven lassen das Spiel realistischer wirken als jedes Andere. Lediglich die Kommentatoren fehlen für das ultimative Cola/Popcorn-Erlebnis. Genau diese Kommentare sind dann aber bei den echten Videos dabei, die euch ins Rennen einführen und ein bisschen über die Stadt erzählen.
Allerdings lässt der Sound vor allem im Rennen zu wünschen übrig: Die Motoren klingen wie billige 08/15 Roller, kein Mensch erkannt daran eine 4-Takter 1000cm³ Maschine. Insgesamt war es mit dem rockigem Soundtrack wohl etwas zu gut gemeint, denn die Lautstärke ist zwar einstellbar, aber von „Natur aus“ zu laut.

Immer diese Spitzengruppe
„Moto GP 2 ist“ eigentlich ein Spiel für Anfänger und Hardcore-Gamer. Normale Spieler finden nicht wirklich ihren Spaß daran. Es gibt zwar 3 Schwierigkeitsgrade (+1, der noch freispielbar ist), die ersten beiden sind jedoch relativ einfach und auch mit mehreren Stürzen noch machbar, während die letzten beiden Stufen wirklich verdammt schwer zu knacken sind. Hier sind einstellige Positionen wirklich nur mit Konzentration und Können zu holen.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass sich immer wieder eine Spitzengruppe von 2-5 Fahrern vom Feld absetzt, was dem Spielrealismus nicht gerade gut tut. Es sind zwar meistens unterschiedliche Fahrer, nervig ist es aber trotzdem.
Positiv aufgefallen ist, dass jede Strecke ihre eigenen Schwierigkeiten hat. Seien es S-Kurven, oder eine Spitzkehre, es ist für jeden etwas dabei. Ebenfalls gut für die Wertung sind die vielen freispielbaren Videos (etwa Höhepunkte der Saison oder Vorschauvideos) und auch Cheats. Mit ihnen können einige witzige Sachen freigeschaltet werden, z.B. Veränderungen am Sound und andere witzige Gimmicks.

Unter Freunden
Auch ein Multiplayer-Modus ist anwählbar. Entweder wählt ihr euch via Gamespy in ein Internetmatch ein, ihr erstellt selber eines, oder ihr spielt einfach mit Freunden über LAN. Insgesamt können hierbei 16 Spieler und ein paar Bots mitmachen.
Gefahren wird auf den hoffentlich vorher freigespielten Strecken, das Wetter und Weiteres ist vom Host einstellbar. Auffällig, aber normal ist, dass das Spiel im Multiplayer-Modus nicht mehr ganz so flüssig läuft wie im Einzelspieler-Part. Einige kleinere Legs treten vor allem bei Internetspielen auf, die aber nicht weiter stören. In einer eigenen Onlinemeisterschaft können sich Spieler auch langfristig messen, da alle Punkte gespeichert werden. Somit führt ein „Black-Out-Day“ nicht gleich zum Ende in der Szene.
Insgesamt ist der Mehrspieler-Modus ein gelungenes Sahnehäufchen zum gutem Singleplayer. Er kommt ohne größere Innovationen, macht aber dennoch einige Tage Spaß.

Und Action!
Auch ein dritter Modus ist bei „Moto GP 2“ vorhanden, der Stunt-Modus. Hier gilt es in einem bestimmten Zeitabschnitt möglichst viele Punkte zu sammeln. Sei es durch schöne Tricks, wie z.B. Wheelies oder Burnouts, durch das Überholen eurer Kontrahenten oder durch einen filmreifen Sturz. Ihr bekommt immer schön Pünktchen solange ihr dann nicht nach den nächsten 2 Sekunden ins Kiesbett oder ins Gras fahrt.
Eigentlich ist der Stunt-Modus genau das, was ich mir erhofft habe, nur leider gibt es zu wenig Neues. Außerdem macht es dann noch nicht so riesigen Spaß andauernd unter Zeitdruck Tricks durchzuführen. Ein wenig frischer Wind hätte die Wertung sicherlich noch weiter nach oben getrieben.

Pro
-
Original Moto GP Lizenz mit 16 Strecken und 22 Fahrern
- Erstmals auch Viertakt-Motorräder
- Verbesserte Grafikengine
- TV reife Wiederholungen mit fantastischen Kameraschwenks
- Niedrige Systemanforderungen trotz toller Grafik
- Schöne Asphalt- und Hintergrundtexturen
- Immer wieder herausfordernde Strecken
- Motorrad-Tuning mittels Credits
- Geniale Unfallinszenierung
- Schöne Effekte (Hitze, Schatten, Spiegelung, Auspuff, Asphalt, etc.)
- Passender Soundtrack
- Sehr kurze Ladezeiten
- Viel zum Freispielen
- Steuerung anfangs zu schwammig, später läuft sie aber leicht und flüssig von der Hand

Contra
-
Wenig Innovationen
- Gleicht an vielen Punkten dem ersten Teil
- Zu schwache Motorengeräusche
- Es bilden sich immer wieder Renngruppen und eine Spitzengruppe
- Schwierigkeitsgrade sind eher stufenlos (2 sind einfach, 2 sind schwer)
- Steuerung anfangs zu schwammig, später läuft sie aber leicht und flüssig von der Hand

Fazit
„Moto GP 2“ ist eines der besten Rennspiele aller Zeiten, das ist ganz klar. Allerdings ist es immer noch nicht perfekt, was vor allem am schwachem Sound und an den wenigen Neuerungen liegt. Unser Top Game Award wäre aber trotzdem drin gewesen, sofern man sich noch ein bisschen Zeit für den Multiplayer- und/oder den Stunt-Modus genommen hätte.
Dennoch kann man über alles hinwegsehen, vor allem wegen der tollen Grafik, der lockeren Steuerung und den genialen Wiederholungen bleibt „Moto GP 2“ meiner Meinung nach ein erstklassiges Rennerlebnis.

AUTOR: Carsten 29.06.2003, 20:00h

SCREENSHOTS



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Climax

THQ

Deutsch

47.99€

1 CD

6

P4 1,8 , GeForce 3, 768 MB RAM

GRAFIK:

 91%


SOUND:

 69%


GAMEPLAY:

 82%


GESAMT:

 83%

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