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Lionheart

Für viele gilt “Lionheart” als der inoffizielle Nachfolger der “Baldur’s Gate”-Reihe, nicht zuletzt weil es vom gleichen Publisher, nämlich Avalon Interactive (ehemals Virgin Interactive) kommt. Die Entwickler der Black Isle Studios haben sich mit der Entwicklung natürlich mächtig ins Zeug gelegt. Das Spiel ist etwas für Leute, die gerne sehr lange an einem Game sitzen, genau das Richtige, denn es ist ein langes und typisches Rollenspiel. Es glänzte vor allem bei den Screenshots mit wunderbar gestalteten und riesigen Landschaften und Städten. Dadurch erstaunt es umso mehr, dass es bereits mit einem 650 MHz Rechner und einer 32MB Grafikkarte läuft, mit vielen Einschränkungen natürlich, aber immerhin.

Früher war alles anders
Die Story von
“Lionheart” handelt im 12.Jahrhundert, wo (nach Spiel) eine übernatürliche Katastrophe die Realität zerspringen ließ. Magie und Geister wurden entfesselt und die mittelalterliche Erde unwiderruflich verändert.
Es ist wichtig, dass ihr euch am Anfang direkt einer Gilde oder irgendetwas Ähnlichem anschließt. Zum Einen müsst ihr das nämlich und zum Anderen ist es sehr wichtig, weil ihr alleine keine Chance hättet.
Habt ihr das Ganze erst einmal vollbracht und euch natürlich vorher für einen von vielen Charakteren entschieden, beginnt endlich der spielbare Part. Anfangs seid ihr mit eurem Helden im einem unterirdischen Kerker gefangen und redet mit eurem Geist, bis eine sehr starke Kreatur des Bösen auftaucht, um euch zu töten, da ihr die Seele von "Lionheart" in euch tragt, die für das Böse nicht akzeptabel ist. So beginnt die sehr komplexe Story, bei der euch später auch einige Wendungen überraschen werden.
Ihr kommt, nachdem ihr aus dem Gefängnis geflohen seid, in die Stadt Barcelona, die besonders schön gestaltet ist. Die wunderbaren Figuren und Häuser sprechen der anfänglichen Grafik-Euphorie auf jeden Fall zu. Es gibt 4 überragende Mächte in der Stadt: Die Inquisition, der Orden des Saladin, die Tempelritter und die Magier. Ihr solltet euch natürlich einer der Machtgruppen anschließen.

Krieger werden zu Helden
Euer Held kann von einer von verschiedenen Rasse abstammen. Entweder von den Sylvanern, den Wildern, dämonischer Abstammung oder reinblütiger Abstammung. Ihr könnt wie Leonardo da Vinci oder Gallileo durch das durch Magie veränderte Europa im 16.Jahrhundert laufen und alles erkunden. Anfangs könnt ihr die typischen Werte einstellen, welche später natürlich durch Kämpfe und sonstige Aktivitäten aufgebessert werden können.
Jeder der 8 im Spiel wählbaren Charakter besitzt einen eigenen Geist, der euch am Anfang des Spiels gezeigt wird. Euer Held kann im Laufe des Spiels Stufen bis zu 30 erreichen und kann sich auf verschiedene Fähigkeiten spezialisieren. Diese können zum Beispiel das Klauen oder geschicktes Schleichen sein. Außerdem könnt ihr eure gesammelten Erfahrungspunkte auf Zauber oder Kampf legen.
Das Spiel besteht aus 80 gut gefüllten Bereichen, in denen euch lauernde Gegner und zahlreiche Quests und Herausforderungen erwarten.

Ein echter Hinschauer
Die Grafik hat sich im Gegensatz zum inoffiziellen Vorgänger “Baldur´s Gate (2)” stark verbessert. Einige Gebäude/Gegenstände sind vorgerendert, der Rest wird aber in Echtzeit berechnet. Aus diesem Mix entsteht eine fast fotorealistische Kulisse. Euch erwarten außerdem eine Anzahl an wunderbaren Licht-/Zaubersprucheffekten. Ein bedauernswerter Nachteil ist, dass ihr keine gute Übersicht habt. Ihr seht zwar alles auf der Mini-Karte, aber es ist nichts beschriftet und ihr müsst euch eher Adventure-mäßig vieles Merken, um manche Sachen wieder zu finden.
Der Soundtrack ist eher Standardware, wobei bei Zaubersprüchen oder Ähnlichem einige klangvolle Effekte verwendet werden. Die Sprachausgabe erfolt in Englisch, Deutsch gibt es leider nur als Untertitel.
Zur Steuerung gibt es nicht viel zu sagen. Ihr steuert das Spiel natürlich mit der Maus, aber es gibt auch die genretypischen Tastenkürzel, die euch hier vor allem bei hektischen Kämpfen enorm weiterhelfen werden.
Eine Multiplayer-Funktion ist natürlich auch vorhanden, bei der man im Internet auf verschiedenen Servern mit Freunden oder Leuten, die man nicht kennt, zocken kann.
Das Spiel besteht insgesamt aus 2 CD’s und besitzt ein nicht unbedingt dickes, aber sehr informatives Handbuch, in dem ihr alles findet, was ihr zum Spiel wissen wollt.

Pro
-
Auch ohne CD spielbar
- Schön gestaltete Landschaften und Städte
- Gelungener Multiplayer-Modus
- Langzeit Spielspaß
- Tolle Grafikeffekte

Contra
- Nur deutsche Untertitel, wegen englischer Sprachausgabe
- Anfangs ziemlich kompliziert
- Schwache Grafikeinstellungsmöglichkeiten

Fazit
Das Spiel bringt euch garantiert sehr langen Spielspaß, aber es ist einfach nicht jedermann’s Sache. Auch Fans des Genres sollten sich den Kauf lieber noch etwas genauer überlegen, denn ihr werdet bestimmt nicht mehr so vom Hocker gehauen wie ehemals bei “Diablo” oder auch “Baldur’s Gate”.

AUTOR: Martin 25.10.2003, 23:36h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Black Isle

Avalon

Englisch

45.99€

2 CD’s

12

P4 3,0
Radeon 9800
512 MB RAM

GRAFIK:

 81%


SOUND:

 64%


GAMEPLAY:

 75%


GESAMT:

 74%

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