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Johanna Von Orleans - Wer unter euch kennt sie eigentlich nicht? In Frankreich ist sie gefeiert als Nationalheldin des Hundertjährigen Kriegs und weltweit ist sie als sehr mutige und tapfere Frau bekannt. In der Spielewelt rückte sie bis jetzt kaum in das Rampenlicht, doch Enlight Software, die Spieleschmiede rund um Kult-Entwickler Trevor Chan, macht damit nun Schluss, denn „Wars & Warriors: Jeanne d’Arc“ ist mittlerweile auf dem PC verfügbar. Hierbei erwartet euch ein gewagter Genre-Mix, der uns bereits im frühen Stadium durchaus überzeugen konnte, weshalb wir als Preview-Urteil ein „Gut“ vergaben. Ob sich das Ganze nun in der restlichen Entwicklungszeit ins Positive oder ins Negative verändert hat, erfahrt ihr nur, wenn ihr unseren Test lest.
Invasion auf Frankreich Die Story von „Jeanne d’Arc“ basiert auf den damaligen Geschehnissen um und mit der angesprochenen Hauptperson. Ihr befindet euch also in Frankreich, wo gerade der Hundertjährige Krieg tobt und das Land kurz vor der Übernahme von englischen Invasoren, die mit ihrer größten Armee aller Zeiten antreten, steht. Plötzlich taucht aber der Spielcharakter, die junge Frau Johanna Von Orleans, auf und will sich mit Hilfe von Gottes Willen und einigen weiteren tapferen Kämpfern für ihre Heimat gegen die Übermacht aufstellen. Wie sich herausstellt, sind ihre Beweggründe aber nicht nur göttlicher Natur, da ihre Schwester als Kind vor ihren Augen von Engländern misshandelt und ermordet worden ist. So macht sich die schnell ernannte Heerführerin mit einer kleinen Armee des französischen Dauphins auf, um die Engländer zu besiegen und genau diese Aufgabe werdet ihr nach vollendetem Tutorial, welches übrigens komplex und langwierig, aber gut gelungen ist, immer vor euren Augen haben, denn ihr schlüpft in die Haut dieser „Jeanne d’Arc“.
Johanna (und Freunde) mit vielen Funktionen zum großen Ziel navigieren Die insgesamt 8 Missionen (mit jeweils 1-10 Sektoren) beginnt ihr aus der Action-Adventure-typischen 3rd-Person-Perspektive. Meist werdet ihr dabei durch viele Dialoge auf Haupt- und Nebenziele hingewiesen und in den späteren Leveln spielt ihr auch nicht mehr allein. So könnt ihr dann auch wahlweise zwischen 7 weiteren Charakteren wie Jean de Metz, dem Bastard Von Orleans oder La Hire wählen, taktische Möglichkeiten können dadurch natürlich auch erarbeitet werden. „Jeanne d’Arc“ lässt sich dabei mühelos und leicht erlernbar steuern. Generell gibt es 2 unterschiedliche Arten für einen Angriff: Den Nahkampf mit Schwert und den Fernkampf mit dem Bogen. Die erstgenannte Möglichkeit lässt sich noch einmal in linke und rechte Maustaste unterteilen, die in verschiedenen Kombinationen auch die unterschiedlichsten Combos ergeben. Für jeden erledigten Gegner sammelt ihr Erfahrungspunkte, die ihr in neue Angriffe, Combos oder in eure Fähigkeiten investieren könnt. Zusätzlich könnt ihr die wertvollen Punkte auch durch diese gekonnten Kampf-Combos ergattern. So habt ihr pro Levelaufstieg des Charakters immer eine bestimmte Anzahl an Punkten zur Verfügung, die ihr beliebig und wie in einem Rollenspiel verteilen könnt. Teilweise lassen die Gegner auch noch Gegenstände wie Gold oder Proviant liegen, welche ihr entweder selbst verwenden oder auch bei einem städtischen Händler tauschen und verkaufen könnt. Dagegen könnt ihr beispielsweise eine von über 40 Waffen und Rüstungen erhalten, die euch im großen Kampf und auf dem Weg dahin sicherlich weiterhelfen werden. Heilen könnt ihr euch per Knopfdruck. So führt ihr auch alle weiteren Funktionen im Spiel durch, ganz einfach und mit Maus und Tastatur.
Nimm 2 In den späteren der generell sehr langen Leveln erwarten euch immer größere Aufgaben und somit auch ein immer größeres Heer, das hinter euch steht. Außerdem trefft ihr bereits am Anfang auf eine Vielzahl von Gegnern, die sich natürlich ebenfalls kontinuierlich steigern. Um hier noch den Überblick zu bewahren, hat Enlight Software den Echtzeitstrategie-Modus eingebaut, der euch das ganze Geschehen aus der genregewöhnlichen Iso-Perspektive zeigt, natürlich kann (genau wie im 3rd-Person-Modus auch) beliebig gedreht und gezoomt werden. Sinnvoll ist dieser Modus vor allem, wenn es darum geht, möglichst viele Einheitengruppen genau und schnell an ein Ziel zu bringen. Allerdings lässt die Steuerung an einigen Stellen zu Wünschen übrig und eure Einheiten neigen teilweise dazu, an Hindernissen wie Toren oder engen Passagen hängenzubleiben, was in der 3rd-Person-Perspektive gar nicht auffällt und auch nicht so häufig vorkommt. Nervig sind in beiden Modi vor allem auch die unsichtbaren Mauern. So werdet ihr bei einem kleinen Trip durch die Landschaft beispielsweise von einer sogenannten „unsichtbaren Wand“ aufgehalten, als ob es die anvisierten Landschaften/Ziele gar nicht geben würde. Auch diesen Strategie-Modus könnt ihr übrigens bequem per Knopfdruck (de-)aktivieren. Außerdem stehen euch hier nach und nach auch verschiedene Belagerungswaffen zur Verfügung. Leider macht sich auch vor allem bei dieser Möglichkeit die recht schwache KI bemerkbar, die sowohl, wie schon erwähnt, für eure, als auch für die gegnerischen Einheiten gilt. Letztere verhalten sich teilweise nämlich einfach nur blöd in den Kämpfen. So kann es schon einmal vorkommen, dass sich eure Gegner brav und der Reihe nach totschlagen lassen, was den Spielspaß natürlich nicht gerade erhöht, denn in der Geschichte gelten die Engländer eigentlich als erbarmungslose Kämpfer.
Von windneigenden Gräsern bis hin zu malerischen Sonnenuntergängen Von der grafischen Seite her könnt ihr „Jeanne d’Arc“ zweiseitig sehen: Einerseits gibt es hier die wundervollen, fast schon malerischen Hintergründe, die vor allem aufgrund toller Nebel- und Wassereffekte glänzen können. Auch die Grafikeffekte bei den Kämpfen und die Gräser, die sich dem Wind neigen, sehen super aus. Andererseits findet ihr aber sehr undetaillierte Charaktere mit hölzernen Animationen vor, die zusammen mit der teilweise dummen KI wie in einem typischen MMORPG herüberkommen. Störend sind ebenfalls die recht hohen Hardware-Anforderungen, die im Gegensatz zu der damals angespielten Beta-Version zwar verbessert worden sind, aber genau wie die anderen grafischen Schwächen eben nicht gut genug. Immerhin wirken die Wettereffekte und der Tag-/Nachtwechsel nun deutlich besser, wenn auch nicht perfekt. Soundtechnisch hat sich leider gar nichts mehr geändert. So gibt es weiterhin den mittelalterlich schönen Soundtrack, der euch über das ganze Spiel hinweg begleitet. Erster Nachteil sind dann allerdings die Soundeffekte, die teilweise recht gut sind, sich aber viel zu oft wiederholen und somit nach einer gewissen Zeit anfangen zu nerven. Wirklich zu bemängeln sind die stummen Charaktere, die bei den teilweise recht langen Dialogen einfach nur dumm da stehen. Ihr müsst die gut lokalisierten Texte also selbst lesen, was eigentlich Schade ist, denn damit wurde einer der größten Preview-Kritikpunkte nicht beachtet.
Pro - Nettes Menü, Intro & Handbuch - Gute Grafikeffekte - Passender Soundtrack - Viele Genres in einem Spiel verschmolzen - 4 gut abgestimmte Schwierigkeitsgrade (aber alle recht ordentlich) - 8 Missionen mit jeweils 1-10 Sektoren - 8 verschiedene spielbare Charaktere - Historischer Hintergrund - Gute Steuerung (ausgenommen auf Pferden)
Contra - Hölzerne Animationen - Recht dumme KI - Ziemlich hohe Hardware-Anforderungen - Nervige Lade-Passagen - Keine Sprachausgabe - Teils unübersichtliche Kämpfe - Wiederholende Soundeffekte - „Unsichtbare Wände“
Fazit “Jeanne d’Arc“ ist ein gelungener und historisch basierter Genre-Mix. Allerdings wurde die Preview-Kritik größtenteils nicht beachtet, weswegen es letztendlich weiterhin nur ein gutes, aber nicht perfektes Spiel ist, da an einigen Stellen von den Entwicklern einfach eingespart oder zu viel gewollt worden ist.
AUTOR: Carsten 02.04.2004, 23:52h
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