|
Im Kino landeten die Animationskünstler von Dreamworks nach „Shrek 2“ nun mit „Grosse Haie - Kleine Fische“ (Englisch: „Shark Tale“) einen weiteren großen Hit und bestätigen damit ihren Status gegenüber den großen Konkurrenten der Pixar Studios, die aktuell mit „Findet Nemo“ und „The Incredibles - Die Unglaublichen“ für viel Aufsehen sorgen. Die Entwickler von Know Wonder und die Vertantwortlichen von Publisher Activision haben zeitgleich zum Kinofilm auch die PC- und Videospielumsetzung von „Grosse Haie - Kleine Fische“ auf den Markt gebracht, welche wir uns natürlich für euch angesehen haben. Ob sich dieser Titel vom eher miesen Ruf solcher Filmumsetzungen abheben kann, erfahrt ihr nun bei uns im Review.
Oscar, der Haikiller In „Grosse Haie - Kleine Fische“ übernehmt ihr die Rolle von Oscar, einem kleinen Fisch, den ihr eigentlich als totalen „Tollpatsch“ bezeichnen könnt, da er sich unter anderem mit seinem frechen und trügerischen Mundwerk immer wieder in Probleme hereinreitet, die ihr im Spielverlauf beseitigen müsst, obwohl er eigentlich nur berühmt werden will. So werdet ihr anhand einer kurzen Introsequenz in sein erstes Problem eingeführt, welches sich um einige Schulden an Klaffmuscheln (die Währung in Oscars Welt) bei seinem Chef dreht. Etwas Schade ist, dass Katie Current, die Frau, welche euch über den ganzen Spielverlauf in Form einer Reporterin begleitet und kommentiert, leider keinerlei Hintergrundinformationen zum Geschehen liefert. Diejenigen unter euch, die den Film noch nicht gesehen haben, könnten sich mit dem anfänglichen Verständnis dadurch durchaus schwer tun. Die Story des Computer- und Videospiels „Grosse Haie - Kleine Fische“ basiert dabei erfreulicherweise auf der des gelungenen Films. Ihr begleitet und spielt Oscar auf dem Weg zum Ruhm meist in der Zeit, in der im Film andere Handlungen rund in der Stadt „Riff-City“ ausgestrahlt wurden, sodass ihr die gesamte Hintergrundgeschichte erfahrt.
Welcome to my truth Nach der Einführung in Oscars erstes Problem findet ihr euch in der hübsch gemachten Unterwasserstadt „Riff-City“ wieder. Dabei erregt ihr zunächst mit einer glücklich ausgegangenen Flucht vor einem Hai erstmals Aufmerksamkeit. Letztgenannte müsst ihr über das gesamte Spiel hinweg in Form von Punkten sammeln, um letztendlich zum Ruhm zu kommen - Euer Können und eure Schnelligkeit entscheiden dabei, wie schnell ihr dies schafft. Desweiteren habt ihr auf der Suche nach neuen „Aufträgen“ oder Herausforderungen für eure Beliebtheit auch die Möglichkeit Klaffmuscheln, diverse Power-Ups oder gar Möbelstücke für Oscars Wohnung aufzusammeln. Leider entpuppen sich die insgesamt 25 Aufträge oder besser gesagt Level des Spiels als nur wenige altbekannte Mini-Games, die immer wieder bei unterschiedlicher Location und Gegnern wiederholt werden müssen. So müsst ihr beispielsweise zum richtigen Zeitpunkt verschiedene Pfeiltasten treffen oder mit Hilfe von diesen einfach nur bestimmten Gegenständen ausweichen. Desweiteren gibt es auch einige Schleich-Level, bei denen ihr nicht in den Sichtkegel der Wachen kommen dürft, da ihr ansonsten als Haifutter endet. Erfreulicherweise könnt ihr jedes Mini-Game so oft spielen, bis ihr es schafft. „Grosse Haie - Kleine Fische“ wurde also klar für die jüngeren Spieler unter euch zugeschnitten, da auch der Schwierigkeitsgrad nicht gerade anspruchsvoll ist und euch die Aufgaben immer deutlich in kurzen Zwischensequenzen erläutert werden. Die eben schon erwähnte Newsreporterin Katie Current dient quasi als ständiges Tutorial, wobei wir an dieser Stelle dennoch kritisieren möchten, dass der Zusammenhang der einzelnen Level für Film-Nichtkenner nicht gerade einfach zu verstehen ist. Ansonsten ist die Steuerung von Oscar ein wenig hakelig geworden. Wahlweise mit Maus oder Tastatur müsst ihr den kleinen „Möchtegern“ durch die Unterwasserwelt führen und bleibt dabei leider desöfteren an „unsichtbaren“ Barrieren oder Gegenständen hängen.
Oscar lässt die Flossen spielen Die Technik von „Grosse Haie - Kleine Fische“ geht für eine Filmumsetzung völlig in Ordnung. Trotz billigem Menü und keinerlei Konfigurierungsmöglichkeiten (außer Auflösung) erwarten euch neben den netten InGame-Zwischensequenzen vor allem tolle Animationen, welche die eher verwaschenen Texturen allemal ausgleichen. Sicherlich wirkt der Gesamteindruck nicht ganz so rosig wie bei einem aktuellen Ego-Shooter à la „Half Life 2“ oder „Doom 3“, allerdings ist es den Entwicklern von Know Wonder durchaus gelungen, die Atmosphäre des Films herüberzubringen. Das Einzige, was hierbei stört, sind die teilweise recht ungünstigen Kamerapositionen, an die ihr euch allerdings nach ein kurzen Phase gewöhnt. Der Sound ist sehr vorbildlich. Neben dem superben und immer perfekt auf die Situation abgestimmten „Gute-Laune-Soundtrack“ von namhaften Interpreten wie Will Smith, Mary J. Blidge oder auch Hans Zimmer erwarten euch zudem gelungene Soundeffekte und eine nahezu perfekte Sprachausgabe mit den Sprechern aus dem Film.
Pro - Story an den Film angelehnt - Gelungene Atmosphäre - Viel Spielspaß für die ganze Familie - Tolle Animationen - Vorbildlicher Sound - Nettes Bonusmaterial
Contra - Hintergrundinfos für Film-Nichtkenner fehlen - Innovationsloses Gameplay - Viel zu kurz - Etwas hakelige Steuerung - Teils ungünstige Kamerapositionen
Fazit „Grosse Haie - Kleine Fische“ für PC ist ein durchaus empfehlenswerter Titel, der dem schlechten Ruf von Filmumsetzungen nicht gerecht wird. Kleine Ungereimheiten werden durch den Charme und den guten Sound des Spiels wieder ausgeglichen und überhaupt wird hier Spielspaß für groß und klein geboten. Allerdings ist das Spiel unserer Meinung nach viel zu kurz geraten, da es selbst Genre-Neulinge unter euch innerhalb von wenigen Stunden durchspielen können. Außerdem dürfte es für Film-Nichtkenner unter euch von der Story her nicht unbedingt auf den ersten Blick verständlich sein. Deshalb empfehlen wir euch Film und Spiel im „Doppelpack“.
AUTOR: Carsten 18.12.2004, 18:14h
|