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Wolltet ihr nicht auch schon immer mal Schutzgeld eintreiben, der Polizei Schmiergeld bezahlen, Prostituierte anheuern und andere Mafiafamilien auslöschen? Falls dies bei euch zutrifft, dann seit ihr bei „Gangland“ von MediaMobsters und Big Ben Interactive an der richtigen Stelle. Was ihr sonst noch in diesem „Mafiosostreifen“ erleben könnt und ob sich der Kauf auch wirklich lohnt, erfahrt ihr in unserem nachfolgenden Test.
Eine große Familie In „Gangland“ seid ihr der Mafioso Mario und damit der älteste der fünf Brüder. Vor zwei Jahren ermordeten drei euer Brüder den vierten Bruder in einer dunklen Nacht. Die drei Brüder waren von diesem Zeitpunkt an nicht mehr zu sehen, doch dann ruft Vincenzo, der Sohn des Don, der vor ein paar Jahrzenten aus Sizilien ausgewandert ist, diesen an und teilt ihm mit, er habe die drei Brüder gesehen. Ihr erhaltet den Auftrag vom Don, dem Kopf der Familie, zu Vincenzo nach Paradise City zu reisen, für diesen zu arbeiten und die drei Brüder zur Strecke zu bringen. Kein leichter Auftrag, doch mit der Gewalt eurer Einheiten, die ihr dort anheuern werdet, schafft ihr es, euch langsam einen Namen zu machen und euren verstorbenen Bruder zu rächen. Im Spiel müsst ihr in verschiedenen Gegenden der Stadt, leider in so gut wie allen Missionen, bestimmte Gegner anderer Familien eliminieren oder nur ihre Unterschlüpfe zerstören. Dies ist leider der erste Kritikpunkt, denn egal wie die Story weitergeführt wird, müsst ihr einfach immer und immer wieder euren Unterschlupf aufbauen, euch Einheiten anheuern und dann den Gegner erledigen. Ihr fangt quasi bei jeder Mission wieder ganz von vorne an. Alle Läden und Fabriken von denen ihr in der letzten Mission regelmäßig Schmiergeld erhalten hattet, gehören nun niemanden mehr und sind frei für jeden. Das soll aber nicht heißen, dass in den insgesamt 26 Missionen kein Spielspaß aufkommt, denn der Aufbau von „Gangland“ ist einfach einzigartig. Ein Echtzeitstrategie-Rollenspielmix, bei dem das Spielen einfach Spaß macht -So könntet ihr den Titel kurz und knapp beschreiben. Durch einen Patch ist mittlerweile auch die „Geplänkel“-Funktion hinzugefügt worden, in der ihr ein einfaches Endlosspiel mit beliebig vielen Gegnern bestreiten könnt (maximal acht Gegner möglich). Aber leider gibt es auch hier, genau wie in den sonstigen Missionen, keine Möglichkeit zu speichern, was einen weiteren Kritikpunkt darstellt. In den Missionen gibt es zwar Checkpoints, die ihr zum Beispiel erhaltet, wenn ihr den ersten Gegner erledigt habt, aber bis ihr dann den zweiten erledigt und erneut einen Checkpoint erreicht, kann lange Zeit vergehen. Ein Multiplayer ist natürlich auch enthalten. Dieser läuft genauso ab wie der „Geplänkel“-Modus: Ihr habt die Möglichkeit zusätzlich noch Computergegnger einzuziehen und in Teams zu spielen, wobei das ganze dennoch sehr linear und langweilig gestaltet wurde.
Frauen heiraten, Kinder bekommen und Auto fahren „Gangland“ ist einfach die perfekte Mafiasimulation. Sucht euch eine hübsche junge Frau in einem Casino, schenkt ihr ein teures Kleid und schon steht ihr vor dem Traualtar. Nach einer schönen Nacht im Hinterzimmer eures Unterschlupfes kommt dann auch schon das erste Kind an das Licht der Welt. Wenn dieses dann aufgewaschen ist, habt ihr einen zusätzlichen neuen Kopf der Familie, der genau wie ihr selbst Geschäfte machen und Schmiergeld eintreiben kann - Ob Mann oder Frau spielt hier keine Rolle. Auch Auto fahren ist in „Gangland“ möglich, was die wenigen Parallelen zu „Grand Theft Auto“ darstellt. Ob ihr mit dem Laster voll mit euren Einheiten zu einem gegnerischem Stützpunkt fahrt oder mit einem schnellen Rennwagen zwischen euren Unterschlüpfen „umherschleift“, bleibt euch überlassen. Rund eine Hand voll verschiedener Fahrzeuge gibt es, die sich individuell von ihrer Geschwindigkeit, Panzerung und Ladefläche unterscheiden. Noch viel mehr Auswahl habt ihr bei euren Einheiten: Von „Big Mamas“, welche mit Schrotflinten ausgerüstet sind bis zu einfachen Männern mit Pistolen ist praktisch alles dabei, was ihr euch vorstellen könnt. In Nebenmissionen könnt ihr diese Einheiten übrigens freispielen, damit ihr sie anschließend in den „normalen“ Missionen erwerben könnt. In diesen Nebenmissionnen müsst ihr übrigens beispielsweise meist mit Hilfe der freizuspielenden Einheit zu einem bestimmten Punkt auf der Karte gelangen ohne zu sterben, was teilweise einfacher klingt, als es das ist.
Eine Wohltat für die Augen? So könntet ihr die Grafik des Mafiatitels in der Tat bezeichnen, denn sie unterstreicht die Atmosphäre in vollsten Zügen. Aus der Vogelperspektive könnt ihr euch die düsteren Gassen Paradise City’s ansehen und dabei die Sicht um 360 Grad drehen und so weit zoomen, dass ihr schon fast die Zeitung, die auf dem Boden liegt, lesen könnt. Die Detailfülle ist einfach atemberaubend. Überall stehen Gegenstände, laufen Menschen und an den Casinotischen erkennt ihr wirklich jedes einzelne Spielfeld. Bis zu 500 Menschen sollen in einem Level herumlaufen, wobei jeder davon auch noch seine eigene Aufgabe hat, zu denen beispielsweise das Besuchen von Geschäften oder das Verzehren eines Hot Dogs gehört. Den Sound beachtet ihr da schon fast gar nicht mehr, was aber Schade ist, da aus jedem Geschäft beziehungsweise jeder Fabrik eigene Geräusche kommen und eure Einheiten auch ab und zu etwas zu sagen haben. Zur Synchronisation in den recht gelungenen Zwischensequenzen wurde extra Marlon Brando engagiert, um auch hier die richtige Atmosphäre herüberzubringen.
Pro - Passende Atmosphäre - Gelungener Genremix - Recht nettes Szenario - Interaktive Stadt mit über 500 selbstständig agierenden Personen - Zusätzliche Waffen, Personen et cetera zum Freispielen - Einige innovative Features - Saubere Grafik voller Details - Nette Synchronisation
Contra - Storyline wird nicht wirklich eingebunden - Teils schwache Steuerung/Gameplay - Nerviges Speichersystem - Ihr beginnt bei jeder Mission wieder von “Null” - Einige Fehler (die aber teilweise schon mit Patches behoben wurden)
Fazit Auf den ersten Blick ist „Gangland“ wirklich ein extrem gutes Spiel, sowohl in den Bereich der Spielidee, als auch bei der Umsetzung und der Grafik. Schaut ihr aber genauer hin, erkennt ihr, dass durch die immer wieder gleichen Missionen, der Tatsache, dass ihr viel zu wenig speichern könnt und einfach ein paar unnötigen Fehlern im Menü der Spielspaß verloren geht. Entweder wartet ihr ab, bis das Spiel billiger wird oder ihr wartet auf den hoffentlich erscheinenden zweiten Teil der Mafiasimulation, an dem dann hoffentlich ein wenig mehr Arbeit in Finetuning hereingesteckt wird.
AUTOR: Philip 16.09.2004, 23:00h
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