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Monte Cristo und Pointsoft (Label: Brigades) haben nun mit “Fire Department 2” den Nachfolger der beliebten und gut verkauften 3D-Feuerwehr-Simulation auf den Markt gebracht. Verbesserungen an alle Ecken und Enden wurden uns im Voraus versprochen und der Titel sorgte bereits auf diversen Events und auch der diesjährigen Games Convention für viel Aufsehen. Vor allem durch die noch engere Zusammenarbeit zwischen vielen Feuerwehrstationen und den Entwicklern soll nun eine ungemein passende Atmosphäre während den vielen nachgebildeten und realistischen Einsätzen entstehen. Ob „Fire Department 2“ aber letztendlich das hält was es verspricht, erfahrt ihr nun pünktlich vor Verkaufsstart in unserem nachfolgenden Review.
„Ich werde Feuerwehrmann.“ Am generellen Spielprinzip hat sich bei „Fire Department 2“ im Vergleich zum Vorgänger eigentlich nichts verändert - Die Verbesserungen liegen in der Technik und im Detail. Weiterhin steuert ihr in diesem 3D-Echtzeitstrategie-Titel als Einsatzleiter ein Team von diversen Spezialisten (Technischer Leiter, Bergungsfachmann, Notarzt et cetera), die sich in insgesamt fünf verschiedenen Einzelspieler-Kampagnen mit je drei Missionen den Flammen stellen müssen. Dabei stehen euch allerdings auch die verschiedensten Rettungshilfen und -Vehikel (Drehleiter, Wasserturm, Canadair et cetera) zur Verfügung. Neu sind die Be- und Auswertungen, die ihr am Ende jeder Mission erhaltet. Weiterhin fällt im Spielmenü von „Fire Department 2“ ähnlich wie im ersten Teil neben dem eigentlichen Modus die „Feuerwache“ auf, welche als eine Art Bibliothek dient. Hier könnt ihr viel über Spaß und Gefahren des Feuerwehrmann-Jobs erfahren. Außerdem könnt ihr euch über die verschiedenen Fahrzeuge und Spezialeinheiten, sowie die Gebiete, in denen sie eingesetzt werden, informieren. Auch für Chemiker ist etwas dabei, da alle Brandklassen und die Stoffe, die ihr zum Löschen solcher Brände benötigt, leicht verständlich erklärt werden. Außerdem könnt ihr euch in diesem Bereich die zu im Spiel bedienenden Nationen aussuchen, wovon es insgesamt vier gibt: Frankreich, USA, Großbritannien und natürlich auch wir, die Deutschen. Diese Auswahl wird dann auch in der Tat in das Spiel implementiert: So sind alle deutschen Fahrzeuge und Männer passend gekleidet und kommen mit einem heulenden „Taatüütaataa“. Leider wurden auch bei „Fire Department 2“ nicht die jeweilige Landessprache des ausgewählten „Feuerwehr-Volkes“ in das Spiel integriert.
Mit Feuer spielt man nicht Ähnlich wie im ersten Teil erklärt euch ein Tutorial alle wichtigen Funktionen und macht euch dem Spiel vertraut. Desweiteren könnt ihr wieder zwischen drei verschiedenen und gut ausbalancierten Schwierigkeitsgraden wählen, wobei für Genre-Neulinge eigentlich nur „Arcade“ in Frage kommt. „Extrem“ sollten sich wirklich nur absolute Profis unter euch zutrauen, denn hier ist es für den „Otto-Normal-User“ fast unmöglich eine Mission gleich auf Anhieb zu meistern. Schön sind wieder die vorgerenderten Intros, die euch die Vorgeschichte für die jeweilige Mission und auch das Unglück in hübscher Grafik präsentieren. Desweiteren erhaltet ihr hier Einweisungen und Informationen zum Brand, den Gefahren und auch zu euren jeweiligen Ressourcen und Zielen - Das ganze sowohl im Text-, als auch im Video-Format. Neu ist eine Übersichtskarte, die euch wichtige Orte wie zum Beispiel Wasserversorgungsmöglichkeiten, Brandherde und Anfahrtsstellen für Truppennachschub anzeigt. Der Titel ist dadurch um einiges realistischer geworden, da ihr nicht mehr das scheinbar unendlich ausgerüstete Versorgungsfahrzeug habt, welches in Teil Eins noch munter und fröhlich alle anderen Einheiten und Fahrzeuge versorgte. Die Ladezeiten haben sich im Vergleich zum ersten Teil erfreulicherweise verkürzt, wobei sie immernoch durch die netten, technischen Hinweise begleitet werden. So werden zum Beispiel Gefahren und passende Lösungen des jeweiligen Szenarios erklärt - Nach dem Durchspielen des Titels werdet ihr sicherlich desöfteren von sogenannten „Backdrafts“ oder „Flashovern“ träumen. Auch „Fire Department 2“ ist ein klassisches 3D-Echtzeitstrategie-Spiel, in dem es allerdings keine Finanzen oder Konkurrenten gibt, da euer größter und einziger Gegner das Feuer ist. Neu ist allerdings auch der Multiplayer-Modus für bis zu vier Spieler via LAN oder Internet, indem ihr gemeinsam oder im Kampf verschiedener Feuerwachen gegen die Brände vorgehen könnt. Ansonsten hat sich nicht viel im Vergleich zum Vorgänger geändert. Die Steuerung ist weiterhin genretypisch und gelungen. Neben diversen Interaktionsmöglichkeiten steuert ihr eure Einheiten und Fahrzeuge wie in jedem anderem Spiel dieser Art über den Bildschirm. Gerade bei letztgenannten haben sich die Entwickler die Verbesserungsvorschläge von Presse und Fans zu Herzen genommen und alles ein wenig vereinfacht. Ebenso wie das Feuer- und Rauchsystem haben die Entwickler nun auch die KI eurer Mitstreiter „dynamischer“ gemacht. Während sich Feuer und Rauch realitätsgetreu und unvorgegeben ausbreiten, könnt ihr den virtuellen Feuerwehrmännern nun drei verschiedene Verhaltensweisen zuteilen (defensiv, offensiv, heldenhaft).
Realistisch in Szene gesetzte Horrorszenarien Für „Fire Department 2“ haben die Entwickler fast die komplette Technik des Titels „umgekrempelt“. Neben dem schon erwähnten neuem Feuer- und Rauchsystem, welches die beide Phänomäne gleichermaßen und realistisch ausbreiten lässt, wurde vor allem auch am Skripting gearbeitet. Größtenteils haben die Verantwortlichen ihren Job hier auch sehr gut erledigt - Allerdings müsst ihr euch als Profi damit abfinden, manchmal auch schneller als das Feuer zu sein. Dies hat zur Folge, dass euch so manches vorgeskriptetes Ereignis negativ überraschen wird, wenn beispielsweise einfach wieder ein Feuer aus dem Nichts entsteht. Ansonsten wurden im Generellen vor allem die verschiedenen Karten vergrößert. Die fünf verschiedenen Szenarien sind bei „Fire Department 2“ noch abwechslungsreicher als im Vorgänger geworden. So reichen die Einsatzgebiete von Zirkus- und Großbränden in der Stadt bis hin zu schweren Zugunglücken und Naturkatastrophen. Nett ist vor allem die Möglichkeit, die Kamera aufgrund der kompletten 3D-Engine frei zu zoomen, zu schwenken und zu drehen. Auch die neu entwickelten Partikeleffekte in den Bereichen Feuer, Rauch und Wasser können mit aktuellen Genrereferenzen mithalten. Neu sind Witterungsbedingungen wie Wind, Regen, Nebel oder Trockenheit, die euren Einsatz und die Flammen zudem noch beeinflussen können. Ansonsten erwarten euch allerdings bis auf hin und wieder recht hübsche Texturen keine weiteren Highlights. Der Sound erinnert hingegen stark an den ersten Teil: Weiterhin überwiegen die Soundeffekte und werden von einem eher langweiligen Soundtrack im Hintergrund begleitet. Immerhin wirkt das Spiel vor allem mit aktiviertem Dolby Surround auch in diesem Bereich sehr realistisch, was zudem von der gelungenen Sprachausgabe unterstützt wird.
Pro - Fünf storybasierte Kampagnen mit je drei Missionen - Unterschiedlich nachgebildete Einsätze (in Zusammenarbeit mit echten Feuerwehrmännern entwickelt) - Verschiedenste Einheiten und Fahrzeuge von unterschiedlichen Nationalitäten - Drei gut ausbalancierte Schwierigkeitsgrade - Viele Gameplay-/Realismusverbesserungen im Vergleich zum Vorgänger - Verbesserte Steuerung - Bildende Einsätze/Methoden/Informationen - Dynamisches Feuer-, Rauch- und Lichtsystem - Nette Sprachausgabe und Soundeffekte - Gelungener Multiplayer
Contra - Teils happiger Schwierigkeitsgrad - Nerviges Kopierschutzsystem (StarForce) - Wenige Skript-Fehler - Grafik und Sound teilweise nicht mehr up-to-date
Fazit Mit „Fire Department 2“ haben es die Jungs von Monte Cristo und Publisher Pointsoft (Label: Brigades) wieder einmal geschafft, uns in den Bann zu ziehen. Seid ihr nicht ein absoluter Anti-Feuerwehrmann, so wird euch der Stil des Spiels auf Anhieb gefallen. Im Vergleich zum Vorgänger erwarten euch nun sinnvolle Neuerungen im Detail und der Technik, sodass wir den Titel durchaus auch für Besitzer des ersten Teils empfehlen können. Strategie-Fans unter euch sollten dieses Spiel zumindest einmal angespielt haben.
AUTOR: Carsten 24.11.2004, 23:15h
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