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Crusader Kings

"Stunde um Stunde zog ins Land. Der junge Redakteur blieb eisern und machte weiter, auch wenn er nicht ganz verstand, worum es eigentlich bei dem Produkt ging. So kam es, dass er begann einen Review über etwas zu schreiben, was selbst für den härtesten Strategen nicht immer ganz verständlich ist. Die Rede ist von "Crusader Kings", dem neusten Teil der "Europa Universalis"-Reihe, entwickelt von Paradox Entertainment und vertrieben von KochMedia. Lest nun, warum wir was genau nicht verstanden haben und wie unser Gesamteindruck vom Spiel ist.

Der klassische Fehlstart
Stellt euch vor, ihr werdet von eurer Arbeit oder Schule abgeholt und in ein Raumschiff gesetzt. Nun wird euch gesagt, wofür welcher Knopf zuständig ist und schließlich wird die Luke versiegelt und die Antriebsrakete gestartet. Tja, nun seht mal zu, wie ihr wieder herunterkommt. Genauso kommt ihr euch sicherlich teilweise bei "Crusader Kings" vor. Aus dem Menü werdet ihr direkt ins Geschehen geschickt, ohne vorher ein Tutorial anzubieten. Schön, es sind tolle Erklärungen vorhanden, leider aber nur zum Start des Spiels. So bleibt euch an sich nichts anderes übrig, als entweder das gesamte Spiel zu studieren oder euch irgendwie selbst ins Spiel einzufinden. Habt ihr euch für das Lesen entschieden, so stellt euch auf mindestens eine Woche Lesezeit ein. Findet ihr euch selbstständig ins Spiel hinein, so dürft ihr auch eine Woche Zeit berechnen. Letztendlich ist das völlig gleich.
Kommen wir nun aber zum Spiel selbst. Euer großes Ziel ist es natürlich euer Reich zu vergrößern und zu verschönern. Allerdings liegt der Schwerpunkt von "Crusader Kings" eher auf der Erhöhung von Macht und Ansehen, als auf militärischer Erweiterung. Ansehen erreicht ihr besonders durch gutes Regieren, was euch durch sehr umständliche Menüs allerdings nicht gerade einfach gemacht wird. Bis ihr herausgefunden habt, wie ihr zum Beispiel eine neue Armee platziert, vergeht eine halbe Ewigkeit. Ist eigentlich alles zu verkraften, nervig wird es aber, wenn es darum geht, diverse Anträge von Bürgern zu überprüfen oder selbst zu heiraten. Da ihr wirklich nichts erklärt bekommt, probiert ihr am Besten einfach so lange herum, bis ihr es geschafft habt.

Komplextität bis zum geht nicht mehr
Euer direktes Ziel ist es, in einer feudalen Gesellschaft Prestige und Reichtum zu maximieren. Dabei beobachtet ihr eigentlich die meiste Zeit immer nur das Geschehen auf dem Spielfeld. Die Weltkarte umfasst übrigens Europa bis Ural im Osten und Persien, sowie die arabische Halbinsel und Nordafrika. Bevor ihr beginnt zu spielen, sucht ihr euch erst einmal eine Nation aus. Dabei müsst ihr euch zunächst zwischen christlichen Monarchien, Königreichen und Grafschaften entscheiden und dann noch einmal schauen, für welche ihr euch genau entscheidet. Einen Unterschied macht dies allerdings weniger.
Wenn ihr dann genug gesehen habt und euch darauf konzentriert, euer Land zu vergrößern, gibt es noch die Möglichkeit Extrapunkte einzufahren. Die geht beispielsweise mittels einer Auszeichnung vom Papst, die ihr für besonders gloreiche Kreuzzüge etc. bekommt. Damit es nicht zu einfach wird, haben die schwedischen Entwickler von Paradox Entertainment noch ein tolles Feature erdacht, welches euch in die volle Abhängigkeit von Gesetzen, Adeligen, Landarbeiter-Kommissionen; sowie dem Klerus stellt. So wird es auch wirklich niemals zu einfach. In unserer Review-Version (aber nicht die Verkaufsversion) standen übrigens 3 Szenarien zur Auswahl. Nicht gerade berauschend, aber was soll es. Schließlich gibt es ja noch den Multiplayermodus, der besonders auf einer LAN sehr lustig werden dürfte. Wenn 4 Leute versuchen, durch das Spiel zu steigen und dabei völliges Chaos ausbricht, ist jeder Abend gerettet. Ob "Crusader Kings" also auch für Familien geeignet ist, könnt ihr selbst entscheiden...

Den Erwartungen nicht gerecht
Kommen wir zum technischen Abteil. Grafisch können wir eigentlich nicht viel sagen. Eine Grafik ist nämlich fast nicht vorhanden. Das Spiel basiert auf der "Europa Universales"-Engine, die stark verbessert wurde, was zumindest offizielle Produktbeschreibungen und Online-Shops meinen. Ansonsten ist die Grafik nicht ganz einfach zu beschreiben, da die Engine eigentlich schon völlig veraltet ist. Schaut euch am Besten einfach die Screenshots an, die wir natürlich an gewohnter Stelle angehängt haben, dann habt ihr alles gesehen. Alles läuft auf einer etwas unübersichtlichen "Risiko"-artigen Karte ab.
Wenigstens gefällt uns der Sound recht gut. Wie schon bei vergleichbaren Spielen wie "Battle Mages" oder „Crown Of The North“ hat es uns der Soundtrack angetan, der hervorragend in das Szanario (dem mittelalterlichen Europa in der Zeit von 1066 bis 1453 nach Christus) passt. Stimmung kommt zwar nicht auf, aber immerhin habt ihr damit etwas zum Mitsummen und Ablenken. Soundeffekte sind natürlich nicht viele vorhanden: Ab und an hört ihr einmal ein paar Vögel zwitschern. Außerdem, absolut genial wie wir finden, sind die Geräusche des Klickens im Hauptmenü ;-).

Pro
- Netter Soundtrack
- Gut ausgewähltes Szenario, der historisch korrekt
- Sorgt im Multiplayer für eine Menge Spaß
- Fordernde KI
- Spielstände sind konvertierbar für “Europa Universalis 2”
- Kein Vollpreis (Nur 29,99€)

Contra
- Extrem schwerer Einstieg
- Völlig veraltete Grafik
- Unnötiger Aufguss gegenüber anderen Titeln der Entwickler von Paradox
- Spielidee weiterhin nicht voll ausgereift
- Unübersichtliche Karte
- Kein Tutorial

Fazit
Wir sind ganz ehrlich: Wir haben "Crusader Kings" immernoch nicht bis in das kleinste Detail verstanden. Sind wir einfach zu blöd oder ist das Spiel einfach zu schwierig aufgebaut? Wir denken Letzteres trifft aufgrund des auch noch fehlenden Tutorials eher zu. Überzeugen konnte uns "Crusader Kings" so sicherlich nicht. Das Szenario an sich finden wir nicht uninteressant, aber die Umsetzung war oder ist weniger berauschend gelungen. Für (Paradox-)Profis unter euch dürfte der Titel noch interessant sein - Allen anderen empfehlen wir die von uns gut bewerteten Strategie-Spiele.

AUTOR: Jan F. (Flint) 03.05.2004, 18:04h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Paradox

KochMedia

Deutsch

29,99€

1 CD

6

XP 2600+
GeForce 4 MX
512 MB RAM

GRAFIK:

 50%


SOUND:

 69%


GAMEPLAY:

 68%


GESAMT:

 63%

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