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Wir schreiben das Jahr 1275. Der Staub legt sich und das Auge wirft einen Blick über das zerstörte Feld des Krieges. Es gibt nur eine Frage: Wer wird der Erste und wer der Letzte sein? Die Spezialisten von Paradox Entertainment, die bereits Titel wie “Europa Universalis” oder “Hearts Of Iron” herausgebracht haben, entwickelten dieses Mal einen Titel namens “Crown Of The North”, der wieder einmal auf rundenbasierte Strategie setzt.
Der kriegerische Norden Das Spiel “Crown of the North” spielt, wie schon ein wenig erwähnt, in der Zeit von 1275 bis 1340 und bietet einen guten Einblick in das kriegerische Leben jenes Herrschers im damaligen Norden Europas. Ihr könnt zwischen drei verschiedenen Ländern (Dänemark, Schweden und Norwegen) und sechs Fraktionen wählen, mit denen ihr epische Szenarien und Schlachten schlagen könnt. Euer generelles Ziel ist es aber über 60 historisch korrekte Provinzen zu erobern. Ihr habt jedoch einiges vor euch, um im politischen Treiben nicht den Überblick zu verlieren, während hinter euren Rücken hinterlistige Intrigen geschmiedet werden.
Diplomatie für Anfänger Diplomatie und ähnliche Dinge fallen sehr leicht und ein wenig einfallslos aus. Freunde des Geschichtsunterrichts werden sich in “Crown Of The North” sehr schnell zurechtfinden, nicht zuletzt wegen der hohen Realitätsnähe von Ereignissen und Loyalität. Das Anzetteln von Kriegen ist eine Sache von wenigen Sekunden, nicht zuletzt aber durch das einfach gestaltete Menü, welches sich beim Auswählen einer Provinz ergibt. Leicht könnt ihr auch Herrscher erzürnen und sie durch Beleidigungen oder ähnlichem zu einem Krieg zwingen, um somit umso schneller eine nach der anderen Provinz zu erobern. Dies erfolgt durch die Ausbildung von Soldaten und sonstigen kriegerischen Hilfsmitteln. Die Ressourcen hierfür haben ihren Ursprung in euer Startprovinz oder - noch besser - in den eroberten Landstücken.
Der intelligente Norden Das Spiel gibt erweist langen Spielspaß, nicht zuletzt wegen der gut gelungenen KI eurer Kontrahenten, die euch wort-wörtlich alles abverlangen. Der Computergegner erweist sich als sehr anpassungsfähig und als würdiger Gegner um die „Krone des Nordens“. Ein eigenständiges und abwechslungsreiches Handeln sorgt für ständig wechselnde Situationen und überraschend unterhaltsame Szenarien.
Es wird ein langer Kampf... Das Spiel, das sonst durch gute, geschichtliche und realistätsnahe Atmosphäre, sowie durch eine nette künstliche Intelligenz glänzt, zeigt bei den ewig andauernden Belagerungen und langweiligen Kampfszenen seine schlechte Seite. Die beeindruckend einfallslos gestalteten Kämpfe beim Aufeinanderprallen zweier Heere wirkt leider wie ein Stimmungstöter, da diese Szenen den bisherigen Ansprüchen in gar keiner Weise gerecht werden.
Die Hymnen des Sieges Die Grafik überrascht leider weniger positiv als negativ. Durch mangelnde Abwechslung und einfallslos gestaltete Level wird das Spiel aus dieser Sicht nach ausgiebigen Spielen widerum langweilig. Doch als Fan dieses Genres solltet ihr euch nicht abschrecken lassen, da das Spiel von seiner anspruchsvollen strategisch gesehenen Seite überzeugt und es die altbekannte “Europa Universalis”-Engine verwendet, die einigen von euch sicherlich bekannt sein wird. Die mittelalterliche Atmosphäre wird von den Soundeffekten fantastisch untermalt. Durch passende Rhythmen und Melodien wird die Stimmung um ein Vielfaches verstärkt. Allerdings werden diese Pluspunkte durch nervende Töne beim Kämpfen und ähnlich geräuschunterlegte Gebäude wieder zunichte gemacht.
Pro - Wunderbare, mittelalterliche Atmosphäre - Geschichtlicher Hintergrund wurde genau beachtet und umgesetzt - Passender Soundtrack - Herausfordernde KI - Nur knapp 30€
Contra - Diplomatischer Teil wurde vernachlässigt - Die “Europa Universalis”-Engine wird langsam alt - Nervige Soundeffekte - Langweilige Schlachten
Fazit “Crown Of The North” ist Fort- und Rückschritt zugleich. Unverzeihbar bleibt wirklich der misslungene diplomatische Teil, der in den inoffiziellen Vorgängern schon einmal deutlich besser gesehen worden ist. Wenn ihr an dem Genre des rundenbasierten Strategiespiels interessiert seid, solltet ihr vor dem Kauf nicht zurückschrecken, nicht zuletzt, weil es keinen Vollpreis hat.
AUTOR: Thorsten 12.11.2003, 21:34h
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