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Call Of Duty - United Offensive

Kaum ein Ego-Shooter hat es in der Vergangenheit geschafft, den Spieler so zu fesseln und zu beeindrucken wie „Call of Duty“ von den Gray Matter Studios und Publisher Activision. Schöne Grafik, packender Sound und permanente Action sorgten für richtige „Schlachtfeld-Atmosphäre“. Nun sind die Erwartungen an das erste offizielle Add-On namens „United Offensive“ natürlich hoch und wir haben den Titel nun genau für euch unter die Lupe genommen, um euch in diesem Review ausführlich darüber zu berichten.

Kinofeeling
Wie schon im Hauptprogramm „Call Of Duty“ ist auch die Kampagne in „United Offensive“ in drei Unterkampagnen aufgeteilt. Wieder müsst ihr nacheinander als amerikanischer, britischer und russischer Soldat Europa von den Achsenmächten befreien. Das Add-On besteht aus insgesamt 13 Missionen, die zwar sehr kurz, dafür aber umso abwechslungsreicher gestaltet sind. So müsst ihr beispielsweise als Amerikaner in den Ardennen ein Haus gegen eine Übermacht an Gegnern verteidigen, während ihr auf Luftunterstützung wartet. Als Brite fliegt ihr unter anderem einen Bomberangriff auf Deutschland, wobei ihr feindliche Jäger an der Bordkanone vom Himmel holt. Als Russe steht in der letzten Mission die Befreiung Kharkovs auf dem Plan, was ein wenig an „Stalingrad“ aus dem Vorgänger erinnert, aber nicht weniger spannend ist. Das waren als Beispiel nur drei von 13 Missionen, die sich allesamt in Story und Durchführung unterscheiden. Genau wie im Vorgänger sind die Missionen fesselnd und spannend in Szene gesetzt: Maschinengewehrsalven donnern euch um die Ohren, Granateinschläge, wohin das Auge reicht und Schreie der Kameraden, die euch Gänsehaut zufügen. „United Offensive“ setzt ins Sachen Atmosphäre noch höhere Maßstäbe als das Hauptspiel. Gegen Ende einer jeden Unterkampagne ertönt dramatische Musik, während ihr auf dem Schlachtfeld um eure Leben kämpfen müsst - Kinofeeling pur! Hier stört es auch nicht, dass die Story eigentlich etwas zu kurz kommt. In den einzelnen Unterkampagnen spielt ihr zwar mit dem selben Soldaten, Zusammenhänge zwischen den Missionen sind aber kaum erkennbar. Außerdem fehlen weitere Motivationshilfen wie zum Beispiel eine Statistik am Ende eines Levels oder gewisse Auszeichnungen. Lediglich eine Zusammenfassung der letzten Missionen in Form einer Videosequenz in Spielgrafik ist zu sehen. Das alles bereitet dem Spielerlebnis insgesamt jedoch keinen Abbruch.

Einer für alle - Alle für einen
Die Steuerung in „Call Of Duty - United Offensive“ ist leicht und verständlich und kommt mit wenigen Tasten aus, was im Eifer des Gefechts ein Vorteil ist, da ihr oft nicht die Zeit habt, nach den richtigen Tasten zu suchen. Ständig müsst ihr euch auf neue Situationen einstellen und erhaltet zudem neue Befehle. Kurzes Beispiel: In der USA-Kampagne müsst ihr euch durch eine Stadt kämpfen, um euch mit einem anderen Trupp bei einem Schloss zu treffen. Doch dieses ist bereits vom Feind besetzt, also müsst ihr es zunächst einmal „säubern“. Nachdem der Gegner aus dem Schloss verdrängt ist, müsst ihr es verteidigen, bis Verstärkung eintrifft. Dabei machen euch feindliche Panzer das Leben schwer. Ihr begebt euch also zunächst auf die Suche nach einer Panzerfaust und schaltet die Gegner aus. Plötzlich greifen die Deutschen von der anderen Seite an und verhindern, dass eure Kameraden nachrücken können. Von einer MG-Stellung aus könnt ihr den Weg für eure Kollegen freiräumen, wobei ihr noch auf gegnerische Scharfschützen achten müssen. Die vorgeskripteten Ereignisse verlaufen also über den gesamten Spielverlauf hinweg fehlerfrei und glaubwürdig. So abwechslungsreich spielen sich desweiteren viele Missionen von „United Offensive“. Es geschieht stets etwas Unvorhersehbares, ihr müsst ständig reagieren. Bei solch einer Flut an Befehlen ist es schön, wenn zumindest die Steuerung leicht von der Hand geht.
Das Programm hilft euch auch beim Zurechtkommen mit den Missionszielen. Diese können jederzeit angezeigt werden und aktualisieren sich sofort beim Erreichen eines Ziels. Ein Radar links unten auf dem Bildschirm zeigt euch zudem immer die Richtung an, in die ihr laufen müsst, um ein Ziel zu erreichen. So könnt ihr euch voll und ganz auf das eigentliche Geschehen konzentrieren.
Was ein wenig stört, ist aber die fehlende Freiheit im Spiel. Es gibt Stellen, an denen möchten wir über eine 30 Zentimeter hohe Mauer oder durch ein offenes Fenster springen, um uns von hinten an ein Gefecht heranzuschleichen, aber das Spiel lässt uns einfach nicht, weil dieser Weg nicht von den Programmierern vorgesehen ist. Darunter leidet vor allem der Realismus des Titels ein wenig.

Mittendrin im Kriegsgeschehen
Beim Kampf gegen die Achsenmächte stehen euch unterschiedlichste Waffen zur Verfügung. Ihr könnt auf Handfeuerwaffen genauso zurückgreifen, wie auf (Maschinen-)Gewehre, Granaten oder Panzerfäuste. Jede Nation hat dabei ihre eigenen Waffentypen, die ihr allesamt verwenden könnt, da es möglich ist, Munition oder Waffen von gefallenen Soldaten aufzusammeln. Ihr könnt jedoch nicht unendlich viel Ausrüstung mit euch herumtragen. So dürft ihr maximal zwei Gewehrtypen gleichzeitig bei euch haben, dazu eine Pistole und Granaten. In manchen Missionen tragt ihr außerdem ein Fernglas bei euch, mit dem ihr Koordinaten für die Artillerie durchgeben könnt. Außerdem gibt es in vielen Missionen MG-Stellungen, die ihr wahlweise benutzen könnt. In manchen ist es sogar nötig, dass ihr euch an ein Geschütz zu begebt. So müsst ihr in Sizilien per Bordkanone eines Schiffes deutsche Patrouille-Boote ausschalten oder euch in den Ardennen vom MG eines Jeeps Gegner vom Leib halten, während ein computergesteuerter Kamerad den Wagen durch den Wald lenkt. Das „Verhalten“ der Waffen ist dabei annähernd realistisch. So werdet ihr mit einem Maschinengewehr auf große Entfernungen weniger Schaden anrichten, als mit einem herkömmlichen Gewehr. Mit den Gegnern sieht es ähnlich aus: Ist ein Soldat getroffen, fällt er nicht zwangsläufig  tot um, sondern wankt zunächst ein wenig oder liegt nur kurze Zeit am Boden. Danach ist er wieder einsatzfähig. Ihr müsst also stets auf der Hut sein. Werdet ihr selbst getroffen, zeigen euch rote Indikatoren an, von wo der Schuss abgefeuert wurde. Toller Effekt: Seid ihr einer Granatenexplosion zu Nahe gekommen, ertönt aus den Lautsprechern nur noch ein lautes Piepen, ihr seht verschwommen und alles läuft für einen Moment in Zeitlupe ab.

Typisches Ambiente
Die Grafik von „Call Of Duty - United Offensive“ ist aufgrund der veralteten Engine leider nicht mehr auf dem allerneuesten Stand, aber immernoch verdammt gut. Wenn ein Soldat redet, bewegen sich seine Lippen synchron und die Explosionen sehen einfach toll aus. Lediglich die Texturen wirken etwas veraltet, aber im Kriegsgeschehen bleibt euch sowieso kaum Zeit, die Grafik zu bewundern.
Der Sound in „Call of Duty - United Offensive“ ist hingegen rundum gelungen. Permanente Feuergefechte und Gewehrsalven aus allen Richtungen versetzen euch direkt in das Szenario. Die Stimmen der Kameraden sind gut verständlich, auch wenn sie manchmal im lauten Gefecht untergehen. Dafür erscheinen jedoch optional Untertitel, damit euch wirklich nichts entgeht. Der Soundtrack ist hier eher Nebensache, obwohl er eigentlich optimal für das Spiel abgestimmt wurde.

Pro
- Filmreife Schlachten
- Sehr abwechslungsreiche Missionen
- Tolle Atmosphäre
- Leichte Steuerung
- Schöne Grafikeffekte
- Beeindruckender Sound
- Spaßige Multiplayermodi

Contra
- Eher schwache Story
- Etwas kurz
- Fehlende Freiheit und Non-Linearität
- Streckenweise unrealistisch
- Grafik teilweise veraltet

Fazit
Trotz einiger Kritikpunkte ist „Call of Duty - United Offensive“ eines der besten derzeit ehältlichen Add-Ons. In kaum einem anderen Spiel ist die Atmosphäre so packend und überwältigend. Wir haben uns in den Gefechten ähnlich gefühlt, als wären wir hautnah dabei. Das Add-On ist mit circa zehn Stunden Spielspaß zwar etwas kurz ausgefallen, bietet aber dennoch Action pur und ergänzt das Hauptspiel optimal.

AUTOR: Christopher 08.12.2004, 23:10h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Gray Matter Studios

Activsion

Deutsch

25,90€

1 CD

18

XP 2400+
Radeon 9600
512 MB RAM

GRAFIK:

 79%


SOUND:

 86%


GAMEPLAY:

 86%


GESAMT:

 84%

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