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Breed

Die Entwickler von Brat Designs und Publisher CDV wurden schon vorab für den sogenannten “Halo“-Killer ”Breed“ gelobt. Wir konnten uns auf der Games Convention nach einem ausführlichen Gespräch mit Producer Sven Schmidt und einer Runde zocken ebenfalls überzeugen lassen, wodurch unser Preview auch mit dem Ersteindruck „Sehr Gut“ endete. Nun trudelte nach zahlreichen Verschiebungen endlich die Verkaufsversion von “Breed“ bei uns ein - Fast ein halbes Jahr später als die auch oft verschobene PC-Version von “Halo“. Ob das Lob also nicht etwas zu früh kam, erfahrt ihr jetzt in unserem Test.

Kein Sonderpreis für die Story
Die Story in „Breed“ ist „Halo“ in einem gewissen Sinne ähnlich. Ihr gehört zur Crew der USC Darwin, einem gigantischen Raumschiff, das im Jahre 2625 nach einer langen Weltraummission endlich die geliebte Heimat erreicht. Doch voller Entsetzen müsst ihr feststellen, dass die Erde während eurer Abwesenheit von der Alienrasse “Breed” überfallen wurde und die Menschen getötet oder für Experimente missbraucht werden. Eure mechanischen Gegenspieler haben ihrer Zerstörungswut freien Lauf gelassen und die Erde nach bestem Gewissen leer geputzt. Sie schmetterten die wenigen Aufstände nieder und schmälzten die Polarkappen, sodass die Erde zum größten Teil überflutet ist und die letzten Widerständler nur noch auf vereinzelten Inselgruppen anzutreffen sind. Doch trotz der geringen Aussichten auf einen Erfolg stürzt ihr euch Hals über Kopf in die Schlacht um die Erde und das Überleben der Menschheit.

Ein Planet gegen euch
Ihr habt zwar den gesamten Planeten gegen euch stehen, doch müsst ihr die Missionen meistens nicht alleine durchstehen. In den meisten Fällen werdet ihr in einem kleineren Stoßtrupp in den Kampf geschickt. Euer Team kann sowohl aus 3, als auch aus 6 Mitgliedern bestehen, nur in den wenigsten Aufträgen seid ihr ganz auf euch allein gestellt. Euer Team kann außerdem von einer KI, als auch von euch selbst gesteuert werden, denn in “Breed“ habt ihr die Möglichkeit, während der Mission den Spieler zu wechseln, um die speziellen Fähigkeiten eures Team gezielt einzusetzen. Euer Team besteht nicht nur aus ein- und demselben langweiligen Soldaten, sondern aus vielen Spezialisten ihres jeweiligen Fachgebietes. So gibt es zum Beispiel den Experten für schwere Waffen, den Sanitäter, den stinknormalen Soldaten und natürlich, nicht zu vergessen, den allseits beliebten Heckenschützen. Hier kommen wir allerdings auch schon zu unserer ersten Kritik, denn die KI eurer Mitspieler ist verdammt blöd. Ihr könnt ihr zwar Befehle erteilen, die dann auch ausgeführt werden, doch oftmals bleiben die Kollegen beispielsweise einfach zwischen 2 Bäumen hängen oder stellen sich genau ins Kreuzfeuer eures Feindes. Leider ist es auch nicht möglich, einzelnen Mitgliedern des Teams separat Befehle zu erteilen. Was ihr sagt, gilt also für das gesamte Team und macht einer davon etwas falsch, so tun dies meist alle...
Wie auch in “Halo“ müsst ihr die oftmals langen Strecken nicht immer zu Fuß zurücklegen, denn ihr könnt alle Fahrzeuge benutzen, die ihr findet oder mit auf eure Mission geschickt bekommt. Unter den üblichen Jeeps, Buggys und Panzern habt ihr sogar die Möglichkeit, euch als Held der Lüfte zu beweisen. Für Abwechslung ist also gesorgt und die insgesamt 20 Vehikel (10 pro Seite) sind der wirkliche Pluspunkt gegenüber vielen anderen Ego-Shootern.

Nervenkitzel pur
Bei den Missionszielen hat sich Brat Designs leider auch nichts wirklich Neues einfallen lassen. Trotzdem ist es ihnen gelungen, eine einmalige Atmosphäre zu erschaffen. Hier müssen wir den Entwicklern also ein großes Lob aussprechen, denn es ist noch nicht all zu oft vorgekommen, dass unsere Mäuse derart gezittert haben. Das Zusammenspiel von Musik und dem tickenden Countdown bis zum Fehlschlag der insgesamt 16 Missionen mit Haupt- und Nebenzielen ist einfach nur atemberaubend. Dennoch ist es manchmal ärgerlich, wenn eine Mission nicht gelingen will, weil ihr die Zeit zwar eingehalten, doch durch ein bisschen trödeln die zu rettende Person schon so schwer verwundet ist, dass sie beim nächsten Treffer in sich zusammenbricht. Leider ist das Spiel im Moment in diesem Punkt auch noch mit Bugs umsäht, da wichtige Skripte teilweise gar nicht erst ausgelöst werden und ihr die Mission somit von neuem starten müsst. Ein Patch ist noch nicht eingetroffen, wir hoffen aber, dass Entwickler und Publisher bereits daran sitzen. Ebenfalls könnte dieser ein bisschen mehr in das hochangekündigte “Herzstück” von “Breed” bringen, den Multiplayer-Modus, der leider völlig verhunzt worden ist. So erwartet euch lediglich Deathmatch und die Teamvariante - Das war es dann auch schon. Ein Armutszeugnis für einen aktuellen Ego-Shooter mit vielen Vehikeln und Kapazitäten für bis zu 32 Spieler.

Was es nicht alles zu entdecken gibt
In ”Breed“ gibt es eine Menge zu entdecken. Ihr müsst nicht immer mit den von euch mitgebrachten Waffen gegen die Eindringlinge Kämpfen. Ihr könnt euch nämlich auch den Waffen eurer Feinde bemächtigen, die sie fallen lassen, wenn ihr sie ins Jenseits schickt.
Was auch zum Entdecken einlädt, sind die riesigen Level, auf denen wirklich jeder Punkt erreichbar ist. Ihr müsst euch also nicht immer an den vorgegebenen Weg halten, sondern könnt auch ruhig mal einen kleinen Abhang runtermarschieren, um einer (dummen) Übermacht aus dem Weg zu gehen. Leider treten vor allem hier die diversen Skripting-Fehler auf.
Von der Grafik waren wir sehr positiv überrascht, denn es hat sich seit August doch noch einiges geändert, wodurch sich zumindest eine kleine Verschiebung erklärt. So sieht das Wasser beispielsweise genial realistisch aus und auch die Weitsicht ist überragend. Wenn ihr über eine entsprechende Grafikkarte verfügt, könnt ihr euch das Geld für den Sommerurlaub sparen und euch von den Strandlandschaften überwältigen lassen, die genau wie die Gebäude und Innenräume detailliert herüberkommen. Wollt ihr allerdings schöne Effekte (Licht, Rauch etc.) sehen, so seid ihr bei “Breed” an der falschen Adresse, denn diese sind überwiegend hässlich geworden.
Der Sound ist ebenfalls gut gelungen und unterstreicht das gute technische Gerüst. Wunderbare und qualitativ hochwertige Sprachausgabe, eingepackt in tolle Effekte mit einer ewigen Hintergrundmusik - Und schon haben wir eine sehr gute Mischung.

Pro
- Völlig frei begehbare Level
- Berauschende Atmosphäre
- 20 verschiedene Vehikel (10 pro Seite)
- Ordentlicher Sound
- Hübsche und detaillierte Grafik
- Geringer Preis (Knapp 30€)
- 16 unterschiedliche Missionen mit Haupt- und Nebenzielen

Contra
- Dumme KI
- Langweilige Story
- Teils umständliche Steuerung
- Plötzliches Ende
- Bugs an einigen Stellen
- Verhunzter Multiplayer
- Schwache Grafikeffekte

Fazit
“Breed” ist leider nicht der erwartete “Halo”-Killer geworden, auf jeden Fall kann das Spiel aber (mit einem Patch) den Kampf aufnehmen. Vor allem an der KI hätten die Entwickler noch mehr feilen müssen, dann wäre das Spiel um Klassen besser gewesen. “Breed” ist aber trotzdem ein rundum gelungenes und günstiges Action-Spiel, welches sich aber leider auch durch leere Versprechen von Entwickler und Publisher auszeichnet. Wir sagen nur “Herzstück Multiplayer”...

AUTOR: Julian 14.03.2004, 22:35h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Brat Designs

CDV

Deutsch

29,99€

1 CD

16

XP 2400+
Radeon 9000
256 MB RAM

GRAFIK:

 85%


SOUND:

 84%


GAMEPLAY:

 80%


GESAMT:

 81%

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