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Publisher Atari wirft mit „Axis & Allies“ ein weiteres Spiel auf den Markt, dessen Genre, Realtimestrategy (kurz RTS, zu Deutsch: Echtzeitstrategie), schon überfüllt zu sein scheint. „Axis & Allies“ bezieht sich, wie der Name schon verdeutlichen soll, auf den zweiten Weltkrieg. Wie sich Atari mit diesem Titel gegen die Konkurrenz schlägt, erfahrt ihr in diesem Review.
Vom Basisbau und Einheiten „Axis & Allies“ ähnelt von der Grafik und dem Spielprinzip sehr dem alten Genre-Vorbild „Command & Conquer“, was aber nicht bedeutet, dass es schlecht ist. So ist das Spiel schon auf den ersten Blick sehr übersichtlich und auch durchaus nett in Szene gesetzt. Das Headquarter wird, wie auch schon zu „Command & Conquer“-Zeiten, zu Beginn meistens von einem LKW symbolisiert, dessen Platzierung ihr euch selbst wählen dürft. Nach der Platzierung müsst ihr im selbigen alle anderen Gebäude anfordern, die ebenfalls als LKWs bereitgestellt werden. Üblicherweise könnt ihr nicht schon zu Beginn alle Gebäude bauen, sondern es werden verschiedene andere Gebäude als Voraussetzung genannt. Positiv ist hier zu nennen, dass es in „Axis & Allies“ nicht möglich ist, 20 Kasernen zu errichten und dann in kürzester Zeit einen Einheitenüberschuss zu erlangen, denn dies wird von einem Gebäude maximum eingeschränkt. Die Ressourcen, um Einheiten und Gebäude bezahlen zu können, beschränken sich auf drei Bereiche: Öl, Munition und Geld. Öl und Benzin bekommt ihr nur durch das Bauen von Munitionsdepots beziehungsweise Öldepots und durch die Gebäudeanzahlbegrenzung kann dies zu einer wirklichen Ressourcenknappheit führen, was nur durch strategische Planung auszugleichen ist. Die Einheiten in „Axis & Allies“ haben alle ihre Vor- und Nachteile: So hat ein Panzerabwehr-Infanterie-Regiment ein leichtes Spiel mit leichten, mittleren und schweren Panzerregimenten und Maschinengewehr-Infanterie-Regimente ein leichtes mit den Panzerabwehrinfanteristen. Mit Vorsicht sind aber die Halbkettenfahrzeuge zu genießen: Sie sind zwar sozusagen „all around“ einsetzbar, da zum Beispiel ein Panzerabwehr-Halbkettenfahrzeug-Regiment sowohl einige Panzer, als auch einige Infanteristen zu bieten hat, jedoch haben sie dies gleichzeitig auch als Schwäche, denn ein Panzerregiment konzentriert sein Feuer auf die Fahrzeuge, die nicht so viel aushalten können wie Panzer, vernichtet diese und die Moral, ein wichtiger Aspekt des Spiels, sinkt und der Infanterieteil der Gruppe rennt ängstlich davon. Die Formationen geben auch nützliche Boni, so bewegen sich Einheiten in der Kolonnenformation schneller greifen aber weniger effektiv an. Die Einheiten und Forschung für die Einheiten hängen teilweise auch von der Seite ab die ihr Momentan spielt, so haben die Deutschen den Elite Panzer, den Königstiger, oder die Japaner eine Gruppe von Banzai-Infanteristen, die sich effektiv selbst sprengen.
Von Moral über Erfahrung bis hin zum Ruhm Wie schon erwähnt sind die Einheiten in Regimenter aufgeteilt. Sollte ein Regiment Verluste beklagen, so werden die Getöteten, vorausgesetzt ihr befindet euch in seiner eigenen Versorgungszone, durch neue Einheiten ersetzt und die Moral wieder aufgefüllt. Auch hier gibt es wieder eine Beschränkung, die es verbietet, dass eine Streitmacht von Hunderttausenden eine Basis stürmt. Ihr könnt also nur eine bestimmte Menge von Flugzeugen, Infanteristen und Fahrzeugen gleichzeitig befehligen. Ein weiterer wichtiger Punkt der Kriegsführung, sind die Erfahrungs- und Ruhmpunkte. Die Erfahrungspunkte sind dabei einheitenspezifisch. Sie werden nur erhöht, wenn die verschiedenen Regimenter in einer Schlacht verstrickt sind. Falls ein Regiment eine Erfahrungsstufe aufsteigt, erhöht sich die Angriffskraft und/oder der Verteidigungswert des Regiments. Die Ruhmpunkte sind dafür gedacht, verschiedene Spezialaktivitäten durchzuführen, die davon abhängen, welchen General von welchem Land gerade gespielt wird. Auch ist der örtliche Aufenthalt der Einheiten wichtig. Ein Panzer bekommt in einer Stadt einen Verteidigungsabzug, hingegen Infanteristen einen Verteidigungsbonus. Leider müssen wir an dieser Stelle auch sagen, dass die Flugzeuge bei „Axis & Allies“ ein wenig zu stark ausfallen, mit drei Flughäfen und einer kleinen Basisverteidigung ist eigentlich jede Mission schon gewonnen. Die zwei Arten von Schlachten, Luft- und Bodenschlacht, nehmen in „Axis & Allies“ die Hauptzeit in Anspruch. Eine Wasserschlacht gibt es leider kaum, da ihr keine Werft oder Ähnliches bauen könnt und nur missionsabhängig Schlachtschiffe und Flugzeugträger gestellt werden. Als kleines „Schmankerl“ haben die Entwickler einen Spielmodi eingebaut, der dem Brettspiel „Risiko“ sehr ähnelt. Ihr und der Computer ziehen Zug für Zug die jeweiligen Einheiten. Die Kämpfe werden dabei entweder von euch selbst geführt oder vom Computer berechnet.
Die Kriegsschauplätze Zur Grafik ist noch zu sagen, dass das Verhältnis der Größen Infanterie und Panzer ziemlich gut hinkommt, während das Verhältnis Panzer und Schiffe etwas merkwürdig erscheint: Drei Panzer in Reihe erreichen die Größe eines Schlachtschiffes oder Flugzeugträgers. Auch hier haben wir also das gute, alte „Sudden Strike“-Syndrom. Die Kampagne in „Axis & Allies“ baut dabei auf zwei verschiedenen Kampagnen auf. Zuerst spielt ihr auf der Seite der Allianz (England, USA, Russland) und müsst hier auf den bekanntesten Schauplätzen des zweiten Weltkrieges, zum Beispiel die Schlacht um Stalingrad oder die Landung auf der Normandie (D-Day), euer Können beweisen. Nach Abschluss und erfolgreichem Beendens des zweiten Weltkrieges für die Seite der Allianz, Wirklichkeit, spielt ihr auf der Seite der Achsenmächte (Deutschland, Japan) und versucht den Krieg für diese zu gewinnen, was natürlich nur der Vorstellungskraft der Entwickler entsprungen ist. Anfangs werdet ihr die gleichen Missionen spielen, wie ihr sie schon für die Allianz gespielt habt, im späteren Verlauf wird sich dies aber ändern. Die Schauplätze sind dabei grafisch hübsch und protzen nur so vor detaillierten Objekten. Unterstrichen wird die ohnehin gute Atmosphäre vom gelungenen Sound.
Pro - Viel Langzeitspaß - Geschichtlich weitesgehend korrekt - Ausgereifte KI - Packende Atmosphäre - Dynamischer Basenbau - Gute Grafik - Solider Sound
Contra - Zusammenhänge der Missionen fehlen meist - Einige Fehler bei den Proportionen der Einheiten - Langweiliges Missionsdesign - Teils hakelige Steuerung - Weniger elegante Zwischensequenzen - Grafische Schwächen im Wüstenszenario
Fazit „Axis & Allies“ spielt sich sowohl allein, als auch im Multiplayer gut. Das Spiel kann euch wirklich fesseln und lehrt dabei sogar Geschichte. An den Einheitengrößen und Zwichensequenzen können die Entwickler aber noch arbeiten - Vielleicht wird ja schon in absehbarer Zukunft ein kostenloser Patch erscheinen, der diese Kritikpunkte behebt.
AUTOR: Yves 05.02.2005, 14:02h
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