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Autobahn Raser: World Challenge

Niemand weiß wie sie es schaffen, aber jeder weiß das sie es schaffen: Davilex-Spiele scheinen seit dem ersten „Autobahn Raser“-Teil, der eigentlich für viel Furore sorgte, immer schlechter zu werden. Doch die Entwickler lassen sich von diesem miserablen Ruf irgendwie nicht abschrecken und schicken Jahr für Jahr einen neuen Sprössling ihrer „Autobahn Raser“-Serie oder auch andere Spiele wie „Knight Rider“ heraus, generell konzentrieren sich die Leute aber auf Auto-Rennen. So kommt nun am 17. September der X-te „Autobahn Raser“ mit dem Namen „World Challenge“ heraus, dem wir uns bei diesem Test widmen werden.

Mehr oder doch weniger Umfang?
Wie schon erwähnt, heißt der Untertitel des neuen Spiels „World Challenge“, was auf eine große Anzahl an Autobahnen oder mittlerweile besser gesagt Strecken, hoffen lässt. Und in der Tat haben sich die Niederländer hier Mühe gegeben, denn es scheinen alle vorherigen Titel zusammengefasst worden sein, wodurch man auf eine Anzahl von über 70 Rennen kommt. Positiv aufgefallen ist, dass euch die Strecken wirklich durch die halbe Welt führen. Von Las Vegas nach Hamburg - Oder von Lyon nach New York. Es sind relativ alle Großstädte aus den vereinigten Staaten, Deutschland, Großbritannien sowie Frankreich dabei. Diese sind sie Dank vieler realistisch nachgemachten Sehenswürdigkeiten auch leicht zu erkennen, was das Spiel um einiges ansehnlicher macht.
Bei den Vehikeln hat sich Davilex keine Lizenzen gesichert, die Autos wurden aber leicht verändert ins Spiel gestellt und sind dennoch unverwechselbar. So ist neben einem Klon des Audi TT zum Beispiel auch ein alter Mercedes SL dabei. Insgesamt gibt es 23 Stück dieser Sorte, welche sich genau wie die Strecken im Einzelspielermodus Freispielen lassen.
Wo wir auch schon beim Thema wären. In „Autobahn Raser: World Challenge“ erwarten euch im Singleplayer-Modus 3 verschiedene Möglichkeiten: Zeitfahren, Einzelrennen und der eigentliche „Karriere-Modus“. Im Mehrspieler-Part des Spiels ist es leider nur möglich an einem Computer mit einem Kumpel durch das Split-Screen-Verfahren zu spielen.
Unverständlich bleibt allerdings, warum die Entwickler die Komplexität des Spiels heruntergesetzt haben. So konnte man früher noch sein Auto aufrüsten und zum Beispiel auch Geld wegen Blitzern und Polizei verlieren. All dies gibt es jetzt nicht mehr, Credits oder auch nur irgendwelche Zahlmittel werden also nicht mehr gebraucht. Es wird lediglich eine Liga nach der anderen gefahren, jede bestückt mit unzähligen Rennen, in denen man immer um die 3 Runden fahren muss, währenddessen kann allerdings nicht gespeichert werden, was das Ganze noch um einiges nerviger macht.

Immer das Ziel im Auge
Auch im Rennen wurde das Spiel eigentlich „verschlechtert“ und wirkt um einiges unrealistischer, als zum Beispiel der erste Teil, auch wenn man bei „Autobahn Raser“ nicht unbedingt auf Realismus setzt, was auch verständlich ist. Wenn das Auto dann aber schon 1-2 Meter vor der eigentlichen Mauer durch eine „unsichtbare Wand“ gestoppt wird und man wenden muss, um wieder aus der Lage herauszukommen, fragt man sich schon, was das soll. Auch gibt es keinerlei Schadensmodell, eure Vehikel fangen nach einer gewissen Zeit und einigen Stößen lediglich an zu brennen, um dann irgendwann zum Stillstand zu kommen - Dellen, Beulen oder abfliegende Teile kennt das Spiel aber nicht, auch nicht beim Horror-Crash. Dieser wird zwar Dank Havoc-Physikengine korrekt simuliert, jedoch läuft das ganze irgendwie etwas zu krass und zu schnell ab, manchmal kommt es vor, dass sich Autos 20 mal in der Luft überschlagen, bevor sie es auf dem Boden dann noch ein paar mal tun und dann endlich wieder ruhig dastehen. Alternativ kann man das Auto auch respawnen lassen, was sich allerdings nur bei größeren Unfällen wie oben beschrieben empfiehlt, da man ansonsten zu viel an Zeit verliert.
Anfangs macht der neueste „Autobahn Raser“ aber vor allem durch den neuen Nitro-Boost einen Heiden-Spaß. Doch schon nach wenigen Spielstunden stellt sich die dumme Gegner-KI und somit auch die schwache Forderung an den Spieler heraus. Spätestens wenn man entdeckt, dass selbst die Polizei solch einen Boost besitzt und es trotzdem nicht gerade schwer ist, ihr zu entkommen und sie gegebenfalls außer Gefecht zu setzten, wird das Spiel schnell langweilig. Ab diesem Zeitpunkt wirkt dann alles wie nach Schema F: Auto wählen - Viele, viele Runden Fahren - Unzählige Rennen beenden - Sich über Freigespieltes freuen - Liga beenden.

Auch die Sinne werden nicht wirklich belebt
Auch grafisch ist das vierte Kind der „Autobahn Raser“-Reihe kein wirkliches Highlight. Alles wirkt verwaschen und vor allem die Autos kommen ohne weitere Effekte, von Environment Mapping kann hier überhaupt keine Rede sein.
Wie oben schon erwähnt wirken wenigstens die Städte sehr realistisch. Alles ist toll nachgebaut und müsste nach unserem Wissen sogar ungefähr maßstabsgetreu sein.
Was Davilex allerdings völlig verplant oder vergessen hat, ist die Einbindung eines Geschwindigkeitsgefühls. Es kommt selbst bei Tempo 250 keine Art von diesem „Feeling“ herüber, lediglich bei Einbindung des Nitro-Boosts kommt ein leichtes Verschwimmen des Bildschirms zum Einsatz und das Auto kann auf über 350 km/h beschleunigt werden. Dieser Effekt erinnert dann doch ziemlich an „Moto GP“, obwohl er im letztgenannten Spiel meilenweit besser herüberkommt.
Wenigstens kann „World Challenge“ soundtechnisch überzeugen. Jede Stadt hat einen eigenen Radiosender, natürlich in lokalisierter Sprache, allerdings werden diese mit viel Humor und passend zur aktuellen Lage moderiert. Hier hätte eine Top-Wertung erreicht werden können, wenn man sich noch etwas mehr für diesen Bereich des Spiels eingesetzt hätte, denn nach einem Rennen kennt man bereits alle Sprüche des jeweiligen Senders, wodurch sie sich beim nochmaligen anspielen wiederholen.

Pro
- Viele Strecken
- Realistisch nachgebaute Städte
- Anfangs spaßiger Nitro-Boost
- Multiplayer-Modus über Split Screen
- Jede Stadt mit eigenem Radiosender
- Nur 19,99€

Contra
- Kein richtiger Multiplayer-Modus
- Leichter Schwierigkeitsgrad
- Keine Spur von Geschwindigkeitsgefühl
- Wo sind die reinen Autobahn-Rennen?
- Keine Original-Fahrzeuglizenzen
- Schnell langweilig
- Keine Speicherfunktion
- Veraltete Grafik
- Dumme KI
- Keine Tuning-Funktionen, o.Ä.

Fazit
Was hab ich mich auf diesen Titel gefreut: Endlich wieder ein neuer „Autobahn Raser“, der einigermaßen ansprechend klingt und auch mehr Umfang haben müsste als die bisherigen Teile. Doch irgendetwas macht Davilex falsch. Wie kann das Spiel noch „Autobahn Raser“ heißen, wenn es gar keine wirklichen Autobahnstrecken mehr gibt? Ich empfehle den Jungs das Spiel noch einmal von Grund auf neu aufzupolieren, um dann vielleicht in einem Jahr ein „Autobahn Raser: Deluxe“ herauszubringen, indem alle meine Kritikpunkte beachtet worden sind...Naja, wenigstens kostet es nur rund 20 Euro!

AUTOR: Carsten 05.09.2003, 15:19h

SCREENSHOTS


WERTUNG & WEITERE INFORMATIONEN

                            

Entwickler

Vertrieb

Sprache

Preis

Medium

USK

Einkaufen

Testsystem

Davilex

Davilex

Deutsch

19,99€

1 CD

-

P4 1,8
768 MB RAM
GeForce 3

GRAFIK:

 45%


SOUND:

 71%


GAMEPLAY:

 64%


GESAMT:

 63%

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